Der perfekte Eisbrecher – so meistern Sie den Business Talk

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Eis ist kalt und glatt, man kann darauf ausrutschen und das tut manchmal ziemlich weh. Ähnlich kalt und unangenehm erscheinen uns manche Gesprächssituationen. Wenn Sie auf dem Parkett des Business-Talks lieber formschöne Pirouetten drehen oder sanft dahingleiten möchten, haben wir für sie die besten Eisbrecher, mit denen Sie locker in jedes Gespräch einsteigen können. Natürlich geben wir Ihnen auch ein paar Tipps, welche Kommunikationsfehler Sie bitte den anderen überlassen.

Sie haben die Schule hinter sich gebracht und beginnen gerade Ihre Ausbildung? Eine spannende Lebensphase, doch mit dem Ende der Schulzeit werden Sie Ihre Freundinnen und Freunde in Zukunft nicht mehr so häufig sehen. Natürlich können Sie versuchen, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. Aber es wird sicherlich nicht dasselbe sein. Die gute Nachricht: Sie werden neue Menschen kennenlernen und neue Freundschaften schließen. Wenn nur der erste Schritt nicht wäre.

Sei es im privaten Bereich auf einer Party, bei einem geschäftlichen Empfang oder einfach nur zu Anfang der Ausbildung, wenn man zum ersten Mal den Ausbildungskolleg*innen begegnet – es gibt mehr Möglichkeiten als man denkt, um mit völlig Fremden in Kontakt zu kommen. Nicht immer muss das Wetter als Gesprächsthema herhalten.

Seien Sie behutsam!

Natürlich gehören die sogenannten Eisbrecher der verrufenen Kategorie Smalltalk an. Ob man das nun mag oder nicht, muss jede*r für sich selbst entscheiden. Tatsache ist jedoch, dass es in vielen Situationen unangebracht ist, mit der Tür ins Haus zu fallen. Der Einstieg in ein Gespräch sollte deshalb vorsichtig sein, gleichzeitig aber weder unbeholfen noch steif. Ein Eisbrecher ist dann ein guter Eisbrecher, wenn er es schafft, dass sich alle beteiligten Personen damit wohlfühlen und eine gezwungene Atmosphäre aufgelockert ist. Im Grunde wollen wir damit auch bei unserem Gegenüber Sympathien wecken. Ein Eisbrecher erfüllt somit einen Selbstzweck: Wir nutzen das lockere Parlieren, um ins Gespräch zu kommen, um des Sprechens willen.

Für (Ins-Gespräch-)Einsteiger*innen

Mit den folgenden Fragen können Sie auch eine*n schüchterne*n Gesprächspartner*in aus der Reserve locken. Denn zu diesen Themen hat jeder was zu sagen – gleichzeitig sind sie unverfänglich:

Was machen Sie beruflich?

Der Klassiker auf jeder Party, denn die meisten Menschen gehen tagsüber einer Lohnarbeit nach oder sind mit irgendwas beruflich beschäftigt. Über dieses Irgendwas lässt sich munter erzählen –  vielleicht ergeben sich dadurch auch geschäftliche Verstrickungen, wer weiß? Im Geschäftsleben lässt sich die Frage leicht umformulieren, wenn man beispielsweise an einem Empfang oder Geschäftsessen teilnimmt: Für welches Unternehmen arbeiten Sie? Was genau ist Ihre Funktion bei der Bäckerei „Backend“? Sofort sind Sie in ein Gespräch über Sauerteig, Schokocroissants und Scones verwickelt.

Das Essen sieht aber gut aus! Wo haben Sie das gefunden?

Apropos Essen: Werden bei einem Firmen-Event Häppchen gereicht oder ist ein Buffet aufgebaut, eignet sich auch diese Frage als Gesprächseinstieg. Diese Taktik bringt auch zwei Vorteile mit sich. Zum einen wissen Sie dann ganz genau, wo Sie die Leckerei finden. Sollten Sie sich in dem sich daraus entspinnenden Gespräch zu langweilen beginnen, können Sie sich mit einer geschickten Ausrede gekonnt aus der Affäre ziehen. Erklären Sie einfach, sie wollen nun mal schnell das Buffet stürmen, bevor die Leckerei nicht mehr verfügbar ist.

Soll ich Ihnen etwas von der Bar mitbringen?

Mit dieser netten Geste werden Sie sofort alle Sympathien auf Ihrer Seite haben. Auch wenn Sie wahrscheinlich nicht für die Getränkekosten aufkommen, lässt diese Frage Sie in einem generösen Licht erscheinen. Selbstverständlich können hier geizige Gentlemen ihren Trumpf ausspielen. Aber warum nicht mal die gängigen Geschlechterklischees umdrehen? Sicher freut sich der schüchterne Finanzbuchhalter Frank, der schon den ganzen Abend unbeteiligt auf seine Serviette starrt, wenn sich Petra aus der Personalabteilung (oder wahlweise Henriette aus der HR) mit einem Frozen Margarita zu ihm gesellt und so die eisige Stimmung auflockert.

Ich bin wirklich gespannt, was uns erwartet. Was denken Sie?

Das A und O der gelungenen Kommunikation ist eine ausgereifte Fragetechnik, mit der man das Gespräch zunächst in Schwung bringen und dann auch am Laufen halten kann. Der Joker aller Gesprächsstrategien ist die offene Frage. Ihr Gegenüber kann Sie unmöglich mit einem kurzen Ja oder Nein abservieren. Erwartet der Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin einen großartigen Vortrag des Motivationstrainers, so können Sie anknüpfend fragen, ob der Speaker es mit seinem Auftritt schaffen wird, die Leistung der Belegschaft zu steigern. Schon können Sie ein tiefgehendes Gespräch über Mitarbeitermotivation führen und auch Ihre Gedanken dazu teilen.

Eisbrecher mit Tiefgang

Für die Kommunikationsexpert*innen unter Ihnen, die ungern nur an der Oberfläche kratzen, haben wir uns noch ein paar Fragen mit Tiefgang überlegt:

  • Womit verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?
  • Woher möchten Sie unbedingt reisen, wenn Corona wieder vorbei ist?
  • Wenn Sie eine Million Euro gewinnen würden, was würden Sie damit tun?
  • Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal getan?
  • Glauben Sie, dass es außerirdisches Leben gibt?
  • Welches Buch hat einen bleibenden Eindruck bei Ihnen hinterlassen?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie nicht mehr arbeiten müssten?
  • Welches nutzlose Talent besitzen Sie?
  • Wie würde der Titel Ihrer Autobiographie heißen?
  • Mögen Sie Kostümpartys?

Was absolut nicht geht

Wie Sie sehen gibt es vieles, was Sie von Ihren Mitmenschen noch nicht wissen, aber bei nächster Gelegenheit erfragen sollten. Es versteht sich von selbst, dass bei einem lockeren Gespräch der Spaß im Vordergrund steht. Negative oder heikle Themen wie Tod, Sex, Krankheit, Politik, Geld, Religion und Gerüchte sollte man aussparen. Halten Sie besser inhaltlichen Abstand, so wie Sie auch physisch niemandem auf die Pelle rücken würden. Außerdem sollten Sie das Monologisieren vermeiden. Auch wenn das Über-sich-selbst-Reden angeblich das Glückshormon Dopamin ausschüttet, denken Sie bitte auch an das Wohlbefinden des*der Gesprächspartner*in – niemand will enden wie John G.G. Tucker. In einem Video der Filmakademie Baden-Württemberg, deren Student*innen das Hörspiel der hessischen Comedians Badesalz aus den Neunzigern grafisch umgesetzt haben, kann man eindrücklich sehen und hören, wie Hessi James den armen Revolverhelden so lange in Grund und Boden redet, bis dieser… aber schauen Sie selbst!

Ihnen macht in Sachen Business Talk niemand was vor? Aber Ihnen fehlt die richtige Ausbildung, um an Geschäftsessen und Vorträgen teilzunehmen? Mit unseren Ausbildungsangeboten im Bereich Wirtschaft & Management machen wir Sie fit in Kostenrechnung & Co.!

Autor

Nadine Elbert

Seit August 2019 schreibt Nadine Elbert hier im Wechsel über Themen aus den Bereichen Ausbildung, Studium und Beruf – und schöpft dabei auch aus ihrem reichhaltigen persönlichen Erfahrungsschatz.