Zwei lächelnde Schülerinnen sitzen mit Laptops an einem Tisch, an dem ein Schild mit der Aufschrift "Generalsekretariat" hängt.

Europa im Planspiel erfahren

1. Juni 2026

Am 9. Mai feiert die Europäische Union den Europatag. Es ist der Jahrestag der Schuman-Erklärung, mit der der französische Premierminister Robert Schuman die Schaffung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl anregte. Dies war der erste Schritt hin zur europäischen Integration. Es hat schon Tradition in der Euro Akademie Aschaffenburg, dass rund um diesen Termin in besonderer Weise “Europa” – das heißt, die “europäische” Ausrichtung unserer Ausbildung – gefeiert wird.

Dieses Jahr konnte die Klasse FSK 1 in der Ausbildung zum*r Fremdsprachenkorrespondent*in am 6. Mai an einem Planspiel “Europatag” teilnehmen. 

Fragen zur EU

Wie funktioniert die EU, wozu brauchen wir sie, und wie soll die EU zukünftig aussehen? Wie kann die Politik auf europäischer Ebene gestaltet werden? 

Der Planspiel-Workshop “BLZ Europatag” der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung stellte sich diesen Fragen und machte sie für Schüler*innen greifbar. Unterstützung bekamen wir dabei von einem Referenten der Bayerischen Landeszentrale. Anhand einer digitalgestützten Simulation des Rates der EU auf einer Onlineplattform konnten die Teilnehmenden in die Rollen von Minister*innen schlüpfen und aktuelle, lebensnahe Themen diskutieren. Dabei fokussierte sich der Workshop auf das Thema Klimapolitik der EU: “It’s Getting Hot in Here”.

In einer ersten Arbeitsphase verdeutlichten sich die Teilnehmenden anhand einer Zeitleiste wichtige Stationen und Ereignisse des europäischen Integrationsprozesses.

Treffen in den Delegationen und informelle Verhandlungen

Danach tauchten sie in ihre Rollen als Minister*innen unterschiedlichster EU-Staaten ein und trafen sich in ihren Länderdelegationen. Dort besprachen und formulierten sie ihre Positionen zur europäischen Klimapolitik, um dann in informellen Verhandlungen eventuelle Allianzen mit den Minister*innen anderer Länder zu schmieden. 

Offizielle Ratssitzung

In der letzten Phase trafen sich alle zur offiziellen Sitzung des Rates der EU, diskutierten dort einen Gesetzesentwurf und versuchten, zu einem Kompromiss zu gelangen. Die schwierigste Aufgabe hatten dabei die zwei Generalsekretärinnen des Rates, die die Wortmeldungen bündeln und die Einhaltung der Diskussions- und Abstimmungsregeln einfordern mussten.

Lebensnah: unterschiedliche Sichtweisen

Anhand dieses greifbaren, lebensnahen Beispiels konnten die Schüler*innen politische Prozesse erleben und ihre eigenen Einflussmöglichkeiten erkennen. So kamen sie am Ende des Workshops zu folgendem Fazit:

  • “Ich weiß jetzt, warum politische Entscheidungen sich oft so lange hinziehen: Tage, Monate, manchmal Jahre. Es ist mühsam, einen Kompromiss zu finden, mit dem sich alle Beteiligten zufriedengeben können. Es gibt so viele unterschiedliche Sichtweisen und Prioritäten.”
  • “Es war nicht einfach, aber wichtig, in meiner Rolle eine andere Perspektive zu dem Thema einzunehmen, als ich sie persönlich habe.”
  • “So ein Spiel erweitert das Denken.”


Text: Susanne Skowronek, Lehrkraft
Fotos: Euro Akademie Aschaffenburg
 

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