In einem hellen Besprechungsraum mit großen Fenstern sitzen die Mitarbeitenden im Halbkreis auf Stühlen. Eine Person steht vorne neben einem Whiteboard und spricht zur Gruppe. Auf den Tischen liegen verschiedene Getränke, Schreibutensilien und Unterlagen. Im Hintergrund sind Flipcharts und eine Uhr an der Wand zu sehen. Durch die Fenster fällt Tageslicht und es sind Dächer benachbarter Gebäude sichtbar.

Von „Die Schüler*innen hören nicht“ zu „Was zeigt uns die jugendliche Brille?“

6. Oktober 2026

Ein Perspektivwechsel, der neue Wege eröffnet: Am 29. September 2026 beschäftigten sich die Mitarbeitenden der Euro Akademie Erfurt damit, wie pädagogische Haltung, tragfähige Beziehungen und eine lernförderliche Leistungseinschätzung den Schulalltag bereichern können.

Den Schulalltag durch die „jugendliche Brille“ betrachten

Unter dem Titel „Haltung als Grundlage lernförderlicher Leistungseinschätzung & Lernbegleitung“ gestaltete Referent Robin Remus einen anregenden Workshop für das gesamte Team. Remus, selbst auch Lehrer an der Jenaplanschule Weimar, bringt Erfahrungen aus der Begleitung von Lehramtsstudierenden an der Universität Erfurt sowie aus verschiedenen Bildungsformaten mit, darunter Veranstaltungen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Im Mittelpunkt stand die Einladung, vertraute Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Was verändert sich, wenn wir Unterricht durch die „jugendliche Brille“ sehen? Welche Erwartungen, Bedürfnisse und Erfahrungen bringen unsere Schüler*innen mit? Und welchen Einfluss hat unsere eigene Haltung auf ihre Motivation und ihr Lernen?

Respekt, Verbindlichkeit und gelingende Beziehungen bildeten den Ausgangspunkt der gemeinsamen Auseinandersetzung. Dabei ging es auch darum, den Blick stärker auf Situationen zu richten, in denen das Lernen bereits gelingt. Diese können wertvolle Hinweise geben, wie sich Lernprozesse unterstützen und weiterentwickeln lassen.

Lernen begleiten und Verantwortung fördern

Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle der Lehrkraft als Lernbegleitung. Je nach Situation sind Lehrende als fachliche Expert*innen, als Coach oder als Feedbackgebende gefragt. Gute Fragen, konstruktive Rückmeldungen und gemeinsame Reflexion helfen dabei, Lernende schrittweise zur Übernahme von Verantwortung zu befähigen.

Besonders deutlich wurde dies am Beispiel der Projektarbeit: Selbstständig Aufgaben zu bearbeiten bedeutet noch nicht automatisch, das eigene Lernen planen, überprüfen und anpassen zu können. Dafür brauchen Schüler*innen sowohl Freiräume als auch klare Strukturen und verlässliche Orientierung. Unterstützende Hilfen können nach und nach zurückgenommen werden, wenn die Lernenden sicherer werden.

Auch die Leistungseinschätzung wurde aus dieser Perspektive betrachtet. Wie lassen sich Leistungen in offenen Lernprozessen sichtbar machen? Neben dem fertigen Ergebnis verdienen der Lernweg, individuelle Fortschritte und die Reflexion des eigenen Vorgehens Aufmerksamkeit. Feedback und Bewertung sinnvoll miteinander zu verbinden, war dabei ein zentraler Gedanke.

Alle Mitarbeitenden beteiligten sich rege und nahmen motiviert und inspiriert neue Impulse für ihre pädagogische Arbeit mit. Bei Pizza und anregenden Gesprächen fand die Veranstaltung einen geselligen Ausklang.

Wir danken Robin Remus für die wertvollen Anregungen und unserem gesamten Team für den engagierten Austausch und die Offenheit, den eigenen Blick auf Lernen und Lehren zu erweitern.

Beitragsbilder: Euro Akademie Erfurt

Geschlechtergerechtigkeit gehört zu den Grundsätzen unseres Unternehmens. Sprachliche Gleichbehandlung ist dabei ein wesentliches Merkmal. Für den diskriminierungsfreien Sprachgebrauch verwenden wir in Texten den Gender Star bei allen personenbezogenen Bezeichnungen, um alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten einzuschließen. Versehentliche Abweichungen enthalten keine Diskriminierungsabsicht.