„Mio, mein Mio“ – eine Entdeckung
Für viele ist Astrid Lindgren vor allem die Schöpferin von „Pippi Langstrumpf“. Doch mit „Mio, mein Mio“ zeigt sie eine andere Seite ihres literarischen Schaffens. Ivana Tripunovska, Schülerin des Unterkurses der Erzieherausbildung an der Euro Akademie Tauberbischofsheim, beschreibt ihre persönlichen Eindrücke nach der Lektüre und erklärt, warum sie das Buch nachhaltig beeindruckt hat.
Im Deutschunterricht haben wir das Buch „Mio, mein Mio“ gelesen. Am Anfang dachte ich, dass es eine ganz normale Märchengeschichte sein würde. Es war das erste Mal, dass ich im Unterricht ein Märchen gelesen habe. Beim Lesen habe ich aber gemerkt, dass dieses Buch kein typisches Märchen ist.
Die Geschichte enthält zwar viele Märchenelemente, wie einen König, ein Schloss, einen bösen Ritter und einen Helden. Trotzdem ist sie anders als ein klassisches Märchen. Wir erfahren viel mehr über Gefühle, Ängste und Zweifel der Figuren. Mio sehnt sich nach Angenommensein und Anerkennung. Er muss mutig werden und lernt, Verantwortung zu übernehmen. Deshalb wirkt die Geschichte realistischer und tiefgründiger.
Interessant fand ich auch, dass die Autorin Astrid Lindgren das Buch 1954 geschrieben hat. Viele Menschen kennen sie wegen „Pippi Langstrumpf“, aber „Mio, mein Mio“ zeigt eine andere, unbekanntere Seite ihres Schreibens.
Das Buch handelt nicht nur von einem großen Abenteuer, sondern auch von Freundschaft, Mut, Liebe und der Suche nach einem Zuhause.
Mir hat das Buch gut gefallen, obwohl ich am Anfang dachte, dass Märchen langweilig sind. Nach dem Lesen sehe ich Märchen anders. Ich habe gelernt, dass sie wichtige Botschaften vermitteln können und nicht immer nur Geschichten für kleine Kinder sind.
Text: Ivana Tripunovska, Unterkurs
Foto: Shutterstock/larisa Stefanjuk