Angehende Erzieher*innen nehmen an Projekt der Jugendbildungsstätte Würzburg teil
Wie kann Erinnerungskultur so vermittelt werden, dass Geschichte nicht abstrakt bleibt, sondern unmittelbar berührt? Mit dieser Frage beschäftigte sich in der vergangenen Woche eine Gruppe angehender Erzieher*innen der Euro Akademie Würzburg. Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft Barbara Schurz nahm sie am Projekt „TOUCHPOINTS – Spurenwerkstatt in Würzburg“ der Jugendbildungsstätte Unterfranken teil.
Touchpoints sind Orte in Würzburg, an denen die Geschichte des Nationalsozialismus bis heute sichtbar ist. Dazu gehören beispielsweise Wohnhäuser, Plätze, ehemalige jüdische Einrichtungen, Gerichte oder Geschäfte. Sie erzählen von Ausgrenzung und Verfolgung, aber auch von Widerstand und Solidarität.
Während des Projekttages begaben sich die Teilnehmenden zunächst bei einem geführten Rundgang durch die Würzburger Innenstadt auf Spurensuche. Anschließend setzten sie sich in der Spurenwerkstatt intensiver mit ausgewählten historischen Orten, den damit verbundenen Biografien sowie verschiedenen Bild-, Text- und Tondokumenten auseinander. Aus ihren Recherchen entwickelten sie eigene Perspektiven und Beiträge. Im Studio konnten außerdem Audioaufnahmen und digitale Inhalte entstehen, die Geschichte auch für andere Menschen zugänglich machen.
Dabei wurde deutlich, dass die nationalsozialistische Ausgrenzung und Gewalt nicht an weit entfernten Orten stattfanden, sondern auch mitten in Würzburg. Die Beschäftigung mit konkreten Schauplätzen und persönlichen Lebensgeschichten ließ die Vergangenheit besonders nah und greifbar werden.
Barbara Schurz, die die Gruppe als Lehrkraft begleitete, fasst die Eindrücke zusammen:
„Ein bereichernder Tag, der Erinnerungskultur greifbar machte und deren Bedeutung durch die Verbindung zur Gegenwart spürbar werden ließ.“
Gerade für angehende Erzieher*innen war der Projekttag eine wertvolle Erfahrung. In ihrem späteren Berufsalltag tragen sie dazu bei, junge Menschen für Geschichte, gesellschaftliche Verantwortung und ein respektvolles Miteinander zu sensibilisieren. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie historische Bildung durch gemeinsames Forschen, persönlichen Austausch und kreative Methoden lebendig gestaltet werden kann.
Bilder: Euro Akademie Würzburg