Geballte Expertise beim 4. Berliner Kita-Kongress
Ein Raum voller Fachkräfte – dieses Bild bot sich am Morgen des 6. März 2026 im Erdgeschoss der Euro Akademie Berlin. Denn in einer Zeit, in der das Kita-System nicht nur aufgrund des Mangels an qualifizierten Mitarbeiter*innen vor großen Herausforderungen steht, ist es wichtig, das bestehende Personal zu stärken und zu inspirieren. Durch den gemeinsamen Austausch von Wissen und Erfahrungen können Wege gefunden werden, um trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben und die bestmögliche Betreuung und Bildung für unsere Kinder sicherzustellen.
Deshalb richtete unsere Fachschule am vergangenen Freitag den 4. Kita-Kongress des Landesverbandes sozialpädagogischer Fachkräfte Berlin aus. 70 Personen aus allen Winkeln der Stadt fanden ihren Weg nach Tegel, um sich mit Berufskolleg*innen zu vernetzen und im Dialog neue Denkmuster zu entwickeln. Bereits in den beiden vergangenen Jahren war die Wahl des Kongress-Ausrichters jeweils auf die Euro Akademie Berlin gefallen; die Organisator*innen und die Mitarbeiter*innen unseres Hauses stellen also längst ein eingespieltes Team dar.
Anspruch - Unsicherheit - Realität
Der Berliner Kita-Kongress bietet pädagogischen Fachkräften seit jeher eine günstige Gelegenheit dazu, sich gemeinsam mit aktuellen Fragestellungen auseinanderzusetzen und praxistaugliche Lösungsansätze zu diskutieren. Das Motto des diesjährigen Kongresses „Starke Fachkräfte in Zeiten von Veränderung“ lässt auch Außenstehende erahnen, welche tiefgreifenden Prozesse sich im Beruf von Erzieher*innen aktuell vollziehen – auch weil die Politik an vielen Stellen den Rotstift ansetzt und insbesondere in Bereichen einen Sparkurs fährt, in denen es hauptsächlich um die Teilhabe und Förderung der kleinsten Mitglieder unserer Gesellschaft geht. Es galt also, in vielen Bereichen neue Impulse für den Arbeitsalltag zu setzen.
Einen ersten Fingerzeig stellte dabei ein 45-minütiger Vortrag von Serafina Morrin, einer angesehenen Professorin auf dem Gebiet der inklusiven Bildung in der Kindheit, dar, mit dem der Kongress eröffnet wurde. Die Rednerin lud ihre Zuhörer*innen mit einigen offen formulierten, brisanten Fragen mehrmals zu einem Meinungsaustausch mit ihren Sitznachbar*innen ein. „Ein sehr wichtiger und konstruktiver Beitrag“, schwärmte Susanne Köszeghy, die langjährige Leiterin unserer Fachschule für Sozialpädagogik und jetzige Akademieleiterin. Als zentrales Fazit hielt Frau Morrin fest, dass sich unsere insgesamt alternde Gesellschaft dringend mit der Frage auseinandersetzen müsse, wie kindliche Entwicklung in Zukunft gestaltet (und finanziell gefördert) werden kann, um die Aspekte „Vernunft“, „Leistung“, „Sorgen“ und „Beziehungen zu Mitmenschen und Umwelt“ in ein „neues Gleichgewicht“ zu bringen.
Facettenreiche Workshops und Lob für die Euro Akademie
Nach einer kurzen Pause, in der sie sich an einem kalten Büfett stärken konnten, begaben sich die Kongressteilnehmer*innen in zwei Workshops, die sie aus fünf Angeboten selbst wählen durften. Konzipiert und moderiert wurden diese allesamt von Koryphäen in Bezug auf die Arbeit mit Kindern und in Kitas. So stellte beispielsweise mit Daniela Stöffel eine Dozentin der Euro Akademie Berlin ihren beiden Arbeitsgruppen die Frage, wie Einrichtungen wirkungsvoll auf sinkende Kinderzahlen und andere demografische Entwicklungen in der deutschen Hauptstadt reagieren können, um langfristig auf dem Markt bestehen zu können. Einige Ideen, die dabei ausführlich diskutiert wurden, waren die Schärfung des eigenen Profils (Alleinstellungsmerkmale schaffen), das Fördern von generationsübergreifendem Arbeiten im Kollegium sowie die Erhöhung der eigenen Präsenz in Begegnungsstätten und anderen Sozialräumen. In einem anderen, von Kerstin Schönherr-Faust geleiteten Seminar wurden derweil die sieben Phasen von Veränderungsprozessen am Beispiel der „Selbstwirksamkeit“ besprochen (Schock, Verneinung, Einsicht, Akzeptanz, Ausprobieren, Erkenntnis, Integration).
Dank der guten Vorbereitung durch den Landesverband sozialpädagogischer Fachkräfte Berlin und die Mitarbeiter*innen der Euro Akademie (Verwaltung, Technik) verlief auch das dritte von unserer Fachschule ausgerichtete Gipfeltreffen für Erzieher*innen, verwandte Berufsgruppen und Sozialwissenschaftler*innen reibungslos. Für das von der Firma „Chaos Kitchen“ bereitgestellte Catering wurden vonseiten der Teilnehmer*innen ebenfalls ausschließlich lobende Worte gefunden.
Schon gewusst? An der Euro Akademie Berlin wird am 22. August (Tag der Immatrikulationsfeier) die Ausbildung zum*r Erzieher*in in einen neuen Durchlauf starten – Anwärter für diesen Bildungsgang können sich dabei zwischen der vollschulischen und inzwischen sowohl per Schüler-BAföG als auch per Aufstiegs-BAföG durchgängig förderbaren Variante und der berufsbegleitenden Durchführungsform entscheiden. Wer seine Zukunft im pädagogischen Bereich sieht, sollte sich also schon jetzt um einen Ausbildungsplatz bewerben.
Text und Beitragsbild: Maximilian Voigt (Marketingbeauftragter des ESO Bildungsraums Berlin Brandenburg)