Eine Gruppe von vier Personen posiert lächelnd für ein Foto auf einer belebten Straße in Amsterdam. Im Hintergrund sind historische Gebäude und eine Straßenbahn zu erkennen.

Tiefgehende Einblicke in das niederländische Bildungssystem

14. April 2026

Am frühen Morgen des Ostermontags haben sich drei Auszubildende aus drei verschiedenen Fachbereichen der Euro Akademie Berlin (Erzieher*in, Fremdsprachenkorrespondent*in, Sozialassistent*in) zusammen mit Maximilian Voigt aus dem Bewerbungsmanagement, am Hauptbahnhof startend, mit dem ICE auf den Weg gen Westen gemacht. Ihr Reiseziel: Amsterdam in den Niederlanden. An unserer dortigen, langjährigen Partnerschule ROC van Amsterdam erhielten sie die Chance, innerhalb ihres Berufsfeldes „über den Tellerrand zu schauen“, also hautnah zu erfahren, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede im niederländischen (Aus-)Bildungssystem im Vergleich zur hiesigen Struktur bestehen. Möglich macht diesen Austausch, der natürlich auch zum Eintauchen in die Kultur unseres nordwestlichen Nachbarlandes einlädt, das europäische Mobilitätsprogramm Erasmus+, das einen Großteil der anfallenden Kosten (insbesondere in Bezug auf Transport und Unterbringung) übernimmt.

Eis zwischen den Reisenden früh gebrochen

Kaum hatte das Quartett am 6. April in sein Hotel im Stadtteil Ijsselbuurt eingecheckt, machte es sich daran, bei herrlichem Frühlingswetter (das sich auch die nächsten Tage halten sollte) zu Fuß die Innenstadt zu erkunden. Auf dem Weg Richtung Zentrum durchquerten die Reisenden unter anderem den Sarphatipark im Stadtteil De Pijp, passierten die Albert Cuypstraat (auf der sich werktags ein rund ein Kilometer langer Wochenmarkt erstreckt) und überquerten den Fluss Amstel mittels der Magere Brug (zu Deutsch: „dünne Brücke“), die sich bei Bedarf für größere Schiffe in der Mitte hochziehen lässt. Ein gemeinsamer Restaurantbesuch bildete bei Einbruch der Dämmerung den Abschluss des bereits recht ereignisreichen Ankunftstages. Das Eis zwischen unseren Delegationsmitgliedern, die sich zuvor mehrheitlich nur vom Sehen kannten, war da längst gebrochen.

Hochschulbildung, Hochkultur & Hochgenuss

Zu einem ersten Beschnuppern mit Angehörigen des MBO College Amstelland – dabei handelt es sich um den ROC-Standort am südwestlichen Stadtrand gelegenen Ortsteil Amstelveen – kam es tags darauf (Dienstag, 7. April). Schulmitarbeiter Ivan Kort, Nina und Domenique (zwei Schülerinnen im ersten Ausbildungsjahr, dessen Mentor Ivan ist) stellten den Berliner*innen alle vier Etagen ihres Schulgebäudes vor und streuten zwischendurch immer wieder grundlegende, teils aber auch skurrile Informationen über die niederländische Bildungslandschaft ein. Ein Kennenlernen mit Schulleiterin Michelle Alexander folgte tags darauf ebenso wie eine erste Unterrichtshospitation bei Jeffrey Stravers, der seinen eine Berufstätigkeit im Gesundheits- und Fitnesssektor anstrebenden Schüler*innen dabei half, zu ihren Stärken passende Betriebe für eine nahende Praktikumsphase zu finden.

Ein mindestens gleich stark gewichteter Teil des Programms fand außerhalb des Schulgeländes statt. So trafen sich unsere Repräsentant*innen mit Ivan unter anderem am Mittwoch zu einem Besuch des berühmten Rijksmuseums (dort hängt unter anderem Rembrandts „Die Nachtwache“) sowie zu einem Abstecher in die Foodhallen im Amsterdamer Westen, wo Gerichte aus zahlreichen exotischen Landesküchen probiert werden können. Vor Beginn bzw. nach Ende des jeweiligen Tagesprogramms wurden darüber hinaus mehrere Cafés und Gaststätten angesteuert.

Niederländisch-Unterricht und Vlog-Berichte

Noch bis Samstag, den 18. April, werden unsere Azubis in der niederländischen Metropole bleiben. Maximilian Voigt machte sich bereits am vergangenen Freitag auf die Heimreise. Für die zweite Woche ihres Aufenthalts ist unter anderem eine Unterrichtsstunde im Fach NT2 („Nederlands als tweede taal“ = Niederländisch als Zweitsprache) geplant sowie eine ausgiebige Erkundung des an historischen Stätten reichen Ostens Amsterdams. Letztere werden zwei Lehrkräfte des ROC leiten, die bereits frühere Reisegruppen sehr intensiv betreut hatten. 
Am Freitag werden unsere Berufsschüler*innen zum Abschluss des inhaltlichen Arbeitens dann vor ihren niederländischen Pendants einen Video-Blog (kurz: Vlog) präsentieren, für den sie auch Einheimische (sprich: Ur-Amsterdamer*innen) zu deren Meinungen bezüglich des Massentourismus in ihrer Stadt interviewt haben. Ein individueller Bericht, in dem sie über die gemachten Erfahrungen und die Bedeutung der Reise für ihre persönliche Entwicklung reflektieren sollen, wird für die Berliner*innen nach ihrer Heimkehr den Abschluss des Erasmus-Projekts darstellen.

Schon im kommenden Monat wird dann „der Spieß umgedreht“: In der Zeit vom 16. bis zum 22. Mai wird es an der Schülerschaft und dem Kollegium der Euro Akademie Berlin liegen, für insgesamt acht Schüler*innen des ROC van Amsterdam und zwei sie begleitende Lehrkräfte gute und mindestens genauso aufgeschlossene Gastgeber*innen abzugeben.

Text: Maximilian Voigt (Marketingbeauftragter des ESO Bildungsraums Berlin Brandenburg)
Fotos: Euro Akademie Berlin

Geschlechtergerechtigkeit gehört zu den Grundsätzen unseres Unternehmens. Sprachliche Gleichbehandlung ist dabei ein wesentliches Merkmal. Für den diskriminierungsfreien Sprachgebrauch verwenden wir in Texten den Gender Star bei allen personenbezogenen Bezeichnungen, um alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten einzuschließen. Versehentliche Abweichungen enthalten keine Diskriminierungsabsicht.