Portrait einer jungen Frau mit Brille und langem braunem Haar.

Alumni im Gespräch: Yvonne Rieger

19. März 2026

Yvonne Rieger ist Absolventin der Euro Akademie Hohenstein-Ernstthal. Erfahrt im Interview, wie ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin sie auf ihren Beruf vorbereitet hat, und welche Kurse oder Projekte ihr besonders viel Spaß gemacht haben.

I. Einstieg & Werdegang

1. Könntest du dich bitte kurz vorstellen?

„Mein Name ist Yvonne Rieger und ich habe die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin an der Euro Akademie in Hohenstein-Ernstthal erfolgreich 2025 abgeschlossen.”

2. Was hat dich damals dazu bewogen, an der Euro Akademie deine Ausbildung zu absolvieren?

„Am Anfang war es tatsächlich ganz pragmatisch: der Weg. Ich dachte, dass Hohenstein näher ist als Chemnitz. Außerdem hatte ich damals ein Vorstellungsgespräch mit Frau Päßler – und das hat mich einfach überzeugt.“

3. Wie sah dein Karriereweg nach dem erfolgreichen Abschluss aus? Welche Stationen hast du durchlaufen?

„Ich habe meine Ausbildung erst im Jahr 2025 erfolgreich abgeschlossen. Seitdem arbeite ich in einem Kindergarten und konnte dort direkt in den Beruf einsteigen.“

II. Ausbildung & Einfluss auf den Karriereweg

4. Inwiefern hat dich deine Ausbildung auf deinen jetzigen Beruf vorbereitet?

„Zwischen Theorie und Praxis gibt es definitiv Unterschiede – das muss man ganz klar sagen. Trotzdem haben die Lehrkräfte wirklich großartige Arbeit geleistet. Wenn man bedenkt, wie anspruchsvoll es ist, innerhalb von drei Jahren den Beruf der Erzieherin beziehungsweise des Erziehers umfassend zu vermitteln, wurde das wirklich gut umgesetzt.

Besonders im Bereich Recht wurden wir sehr fundiert unterrichtet – da ist bei mir auch viel hängen geblieben. Generell habe ich die Unterstützung durch die Lehrkräfte als sehr hilfreich empfunden.

Wir hatten außerdem drei Praktika von jeweils etwa drei Monaten. Das war auf jeden Fall hilfreich, allerdings auch recht kurz, um wirklich tief in die Praxis einzutauchen – gerade im Hinblick auf den beruflichen Alltag.“

5. Gab es bestimmte Kurse, Projekte oder Lehrkräfte, die dich besonders geprägt haben?

„Sehr positiv in Erinnerung geblieben ist mir Herr Bergelt aus dem Lernfeld 4. Er hat mit vielen praxisnahen Beispielen gearbeitet, wodurch man dem Unterricht gut folgen konnte. Lernfeld 4 ist an sich eher ein trockenes Thema – das muss man ehrlich sagen –, aber durch seine Art hat er den Unterricht deutlich aufgelockert.

Ich war zu Beginn der Ausbildung 33 Jahre alt, heute bin ich 37 – und Englisch war zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr präsent. Trotzdem konnte ich vieles wieder auffrischen. Besonders hervorheben möchte ich hier auch Frau Nötzel, die den Englischunterricht gestaltet hat. Sie hat einem nie das Gefühl gegeben, ‘zu alt’ dafür zu sein – im Gegenteil.

Außerdem möchte ich Herrn Purschwitz erwähnen, der das Fach Recht unterrichtet hat. Auch dieses Fach ist grundsätzlich eher trocken, aber durch seine vorherige Tätigkeit als Anwalt konnte er viele praxisnahe Beispiele einbringen. Das hat das Lernen deutlich erleichtert.“

6. Welche Kompetenzen oder Soft Skills aus deiner Ausbildung helfen dir heute am meisten?

„Definitiv Geduld – die muss man wirklich lernen. Es gibt Fächer, die sehr theoretisch und trocken sind, und es dauert manchmal, bis man versteht, warum sie wichtig sind.

Außerdem ist Teamfähigkeit enorm wichtig. Wir haben schon während der Ausbildung viel im Team gearbeitet, und das hat mir sehr gefallen. Im Erzieherberuf ist Teamarbeit noch einmal ganz anders als beispielsweise in meinem früheren Bürojob. Man muss sich aufeinander verlassen können.“

7. Hattest du während deiner Ausbildung ein klares Berufsziel oder hat sich das erst später entwickelt?

„Ich hatte tatsächlich von Anfang an ein gutes Bauchgefühl für die Arbeit in der Kita. Während der Praktika hat sich das dann bestätigt – dort habe ich mich wirklich wohlgefühlt.“

III. Herausforderungen & Erfolge

8. Was waren die größten Herausforderungen auf deinem Karriereweg und wie hast du diese gemeistert?

„Die größte Herausforderung war für mich die Facharbeit. Ich bin zwar jemand, der sich gut ausdrücken kann, aber das schriftliche Formulieren fiel mir schon immer schwer – das ist ganz klar meine Schwäche.

Hinzu kam, dass ich zwei Kinder zu Hause habe. Das war natürlich eine zusätzliche Herausforderung. Ich denke, jüngere Auszubildende haben es da oft etwas leichter.

Ich habe die Facharbeit letztlich gemeistert, indem ich Schritt für Schritt daran gearbeitet habe. Die Unterstützung der Lehrkräfte war dabei sehr wichtig – sie hatten immer ein offenes Ohr. Gerade wenn man so in seinem ‘Tunnel’ steckt, braucht man manchmal einen kleinen Impuls von außen, um weiterzukommen.“

9. Gibt es ein besonderes Erfolgserlebnis oder einen Meilenstein, auf den du besonders stolz bist?

„Definitiv der erfolgreiche Abschluss meiner Prüfungen und der Facharbeit.“

IV. Rückblick & Tipps

10. Wenn du zurückblickst: Was würdest du deinem jüngeren Ich während der Ausbildung raten?

„Ich würde mir raten, den Schritt früher zu gehen. In jüngeren Jahren fällt einem vieles leichter – man ist noch mehr im Lernmodus.

Ich war früher vielleicht nicht die zielstrebigste Person, aber ich habe gelernt, dass man mit Ehrgeiz und Disziplin seine Ziele erreichen kann. Heute fällt es mir deutlich leichter, dranzubleiben.“

11. Welche Tipps hast du für aktuelle Studierende und junge Absolvent*innen, die eine ähnliche Karriere anstreben?

„Ich würde auf jeden Fall empfehlen, Weiterbildungen zu nutzen – besonders, wenn sich die Gelegenheit bietet. Im Erzieherbereich kann es je nach Region aktuell schwieriger sein, eine passende Stelle zu finden, auch wenn sich das künftig wieder ändern kann, beispielsweise durch den Eintritt der Babyboomer-Generation in den Ruhestand.

Deshalb lohnt es sich, sich weiter zu qualifizieren – auch wenn man dafür unter Umständen selbst investieren muss.“ 

Interview: Jill Semidei
Foto: Yvonne Rieger

Geschlechtergerechtigkeit gehört zu den Grundsätzen unseres Unternehmens. Sprachliche Gleichbehandlung ist dabei ein wesentliches Merkmal. Für den diskriminierungsfreien Sprachgebrauch verwenden wir in Texten den Gender Star bei allen personenbezogenen Bezeichnungen, um alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten einzuschließen. Versehentliche Abweichungen enthalten keine Diskriminierungsabsicht.
Portrait einer jungen Frau mit Brille und langem braunem Haar.