Erholungsurlaub, Bildungsurlaub, Sonderurlaub – das sollten Sie wissen

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Das Jahr ist bald zu Ende und Ihr Urlaubskonto ist immer noch erfreulich gefüllt? Jetzt möchten Sie wissen, was mit dem Resturlaub passiert. Oder Sie fragen sich, wie viele Urlaubstage Ihnen zustehen und ob Sie Bildungsurlaub beantragen können? Bei uns erfahren Sie, wie es mit Ihrer freien Zeit bestellt ist.

Urlaub ist wichtig, um einmal richtig abzuschalten und sich zu entspannen. An Weihnachten ein paar Tage Auszeit bei der Familie, zu Ostern in die Berge, in den großen Ferien ans Meer. Meistens ist die Urlaubsplanung wohldosiert auf das ganze Jahr verteilt. Dabei wissen viele Arbeitnehmer nicht, dass Ihnen noch weitere arbeitsfreie Tage wie Bildungsurlaub und Sonderurlaub zustehen.

Hat mein Urlaub ein Verfallsdatum?

Ja. Wenn keine anderen Absprachen bestehen, müssen Sie Ihren Resturlaub bis zum 31. Dezember nehmen. Die meisten Arbeitgeber sind allerdings kulant und Sie dürfen Ihren Resturlaub auch noch im ersten Quartal des Folgejahres nehmen – Stichtag ist also der 31. März. In besonderen Fällen dürfen Sie den Urlaub auch zu einem späteren Zeitpunkt noch antreten.

Das Unternehmen, in dem Sie nach der Ausbildung Ihren ersten richtigen Job angetreten haben, hat ein großes Projekt an Land gezogen. An Urlaub ist erstmal gar nicht zu denken. Nachdem die Projektarbeiten abgeschlossen sind, haben Sie sich bei einem Sportunfall das Kreuzband gerissen und fallen vier Wochen aus. Nun ist es schon Dezember und Sie haben immer noch 15 freie Tage auf Ihrem Urlaubskonto. In solchen Fällen ist der Arbeitgeber verpflichtet, Ihnen den Urlaub auch später noch zu gewähren. Wenn er Ihnen den Urlaub aus betrieblichen Gründen verweigert hat, müssen Sie Ihren Arbeitgeber darauf aufmerksam machen und ihn sozusagen „in Verzug“ setzen. Bei einer Erkrankung verlängert sich der Urlaubsanspruch automatisch.

Wie viel Urlaub steht mir zu?

Der Anspruch eines Arbeitnehmers auf bezahlte Auszeiten vom Arbeitsalltag ist im Bundesurlaubsgesetz geregelt. Jeder hat ein Recht auf Urlaub – bei einer Fünftagewoche sind es 20 freie Tage im Jahr – also umgerechnet vier Wochen. Das ist die Mindestregelung – viele Arbeitnehmer dürfen sich über mehr freie Tage freuen. Der Urlaubsanspruch hängt übrigens immer von der Anzahl der Arbeitstage in einer Woche ab – bei einer Sechstagewoche haben Sie demnach 25 Tage Urlaubsanspruch, bei einer Viertagewoche sind es 16 freie Tage im Jahr.

Besondere Regelungen gibt es für jüngere Arbeitnehmer: Mitarbeiter unter 16 Jahren haben mindestens 30 Werktage frei, bis 17 Jahre sind es 27 Werktage und bis 18 Jahre hat man ein Recht auf wenigstens 25 Urlaubstage. Auch schwerbehinderte Arbeitnehmer haben einen höheren Urlaubsanspruch.

Was passiert mit dem Jahresurlaub bei Kündigung?

Die meisten Kündigungen erfolgen nicht zum 31. Dezember. Wenn Sie während eines laufenden Jahres aus dem Unternehmen ausscheiden, steht Ihnen der Urlaub anteilig zu. Ein Beispiel: Ihr letzter Arbeitstag ist der 30. Juni – dann haben Sie bei 25 Urlaubstagen im Jahr einen Anspruch von 12,5 Tagen.
Übrigens: Falls Sie zu diesem Zeitpunkt schon mehr freie Tage in Anspruch genommen hatten, kann der Arbeitgeber diese finanziell zurückfordern.

Was ist Bildungsurlaub?

Als Arbeitnehmer haben Sie nicht nur Anspruch auf Erholungsurlaub, sondern auch auf Bildungsurlaub. An fünf Tagen im Jahr dürfen Sie sich weiterbilden – und das bezahlt. Leider gilt das Recht auf den Urlaub zum Wissenserwerb nicht in allen Bundesländern. Für Berufstätige in Bayern und Sachsen gibt es keinen Anspruch auf Bildungsurlaub.

Die Freistellung dient übrigens nicht nur der beruflichen Weiterbildung. Sie können in dieser Zeit auch eine Fremdsprache erlernen oder sich mit politischen Themen auseinandersetzen. Der Bildungsurlaub muss aber einen sogenannten „Mindestnutzen“ für den Arbeitgeber haben, also nicht völlig von dem abweichen, was das Unternehmen an Qualifikationen benötigt.

Der Arbeitgeber kann einen Bildungsurlaub betriebsbedingt ablehnen, beispielsweise, wenn gerade besonders viel zu tun ist oder viele Mitarbeiter krankheitsbedingt ausgefallen sind. Die Kosten der Weiterbildung trägt der Arbeitnehmer. Wenn Sie nicht über 20.000 Euro Jahresgehalt beziehen, informieren Sie sich über die Bildungsprämie. Diese können Sie jedes Jahr beantragen, der maximale Zuschuss beträgt 500 Euro.

Wann bekomme ich Sonderurlaub?

Genau gesetzlich geregelt ist der Sonderurlaub nicht. Meistens sind Regelungen zum Sonderurlaub in Tarifverträgen oder im Arbeitsvertrag festgehalten.
Zu diesen Anlässen dürfen Sie mit Sonderurlaub rechnen:

  • Bei der Geburt eines Kindes (für den Vater)
  • Beim Tod eines nahen Angehörigen
  • Für ärztliche Untersuchungen oder Behandlungen, die nicht während der regulären Arbeitszeit stattfinden können
  • Wenn Sie aus betrieblichen Gründen umziehen müssen

 

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Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.


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