Homeoffice mit Kindergarten- und Schulkindern: So schaffen wir das!

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Immer mehr Berufstätige arbeiten durch die Verschärfungen der derzeitigen Corona-Maßnahmen von zu Hause aus. Für Eltern, die zusätzlich Kinder zu Hause betreuen müssen, eine ganz besondere Situation. Denn gleichzeitig schnell und konzentriert arbeiten und die Kinder beim Homeschooling unterstützen, ist die Quadratur des Kreises. Es geht nicht – zumindest nicht so schnell und effizient wie sonst. Wenn das allen bewusst ist, kann das eine große Erleichterung für Familien sein. Und eine Chance, manche Dinge zu verändern.

Eine Chance auf Gleichberechtigung: Teilen Sie sich die Betreuungszeit

Wenn beide Elternteile von zu Hause aus arbeiten, haben Sie wirklich Glück, dann können Sie sich die Betreuungszeit für die Kinder teilen und in der anderen Zeit ganz ungestört arbeiten. Das ist auch eine Chance für Väter, sich mehr in die Beziehungsarbeit mit den Kindern einzubringen. Auf der anderen Seite birgt es die Möglichkeit für Frauen, ihre berufliche Tätigkeit mehr in den Familienfokus zu rücken.

Lassen Sie Fünfe gerade sein!

Wenn Sie als Mama oder Papa nervlich einigermaßen heil durch diese Pandemie kommen wollen, müssen Sie Abstriche machen. Perfekt war gestern. Sie werden nicht 110 Prozent im Job leisten, dazu Ihre Kinder aufwändig bekochen und von morgens bis abends ein pädagogisch wertvolles Programm mit ihnen durchziehen können. Familien dürfen kein schlechtes Gewissen gemacht bekommen, wenn der 4-jährige Oskar mal eine Kindersendung mehr schaut als üblich oder die 14-jährige Ida mal drei Stunden mit ihrer besten Freundin chattet. Besondere Situationen erfordern vor allem Flexibilität – im Denken und Handeln.

Auch Arbeitgeber und Lehrer*innen sollten sich darüber im Klaren sein, dass Angestellte mit Kindern doppelt beschäftigt sind. Das ist auch nicht wegzureden. Also kann es durchaus sein, dass ein Auftrag mal einen Moment länger braucht als gewohnt oder er erst um 18 Uhr – aufgrund einer verlängerten Mittagspause – anstatt um 15 Uhr erledigt wird. Außerdem muss klar sein, dass sich Mamas und Papas nicht den ganzen Tag um die Schulaufgaben kümmern können. Viele Familien haben das Gefühl, es soll alles so weiterlaufen wie sonst: 100 Prozent Schule plus 100 Prozent Arbeit sind schlappe 200 Prozent geforderte Leistung . Wie das gehen soll, müssten die Verantwortlichen den berufstätigen Eltern mal vorführen.

Wichtig ist, dass Sie Ihre Energien und Ihre Zeit mit Bedacht einteilen – durchhalten ist die Devise. Wir haben hier einen Marathon zu meistern und keinen Sprint mit Haltungsnoten obendrauf.

Vier mal zwei sind auch acht – gestalten Sie Ihren Tagesablauf flexibel

Gerade kleinere Kinder verstehen nicht, dass Mama und Papa jeden Tag acht Stunden am Stück arbeiten müssen. Und das ist auch gar nicht unbedingt nötig. Wenn der 4-jährige Oskar gerade außer Rand und Band ist, hilft es nichts, stur auf dem Schreibtischstuhl sitzenzubleiben – dann können Sie sowieso keinen klaren Gedanken mehr fassen. Machen Sie lieber eine Pause von einer Stunde, spielen Sie etwas mit Ihrem Nachwuchs und hängen die Stunde dann hintendran. Dann haben Sie zwar später Feierabend, sind aber am Ende des Tages nicht auch mit Ihren Nerven am Ende.

Ein bisschen Struktur drum herum hilft

Wenn Sie schon an allen Ecken und Enden flexibel sein müssen, schaffen Sie sich wenigstens ein paar feste Ankerpunkte am Tag. Das hilft enorm; Kindern und Erwachsenen. Der Wecker klingelt um 7 Uhr, dann ein kurzes Frühstück, um in den Tag zu starten. Außerdem sind feste Zeiten für das Mittagessen und ein gemeinsames Abendbrot super, um sich durch den Tag zu hangeln. Abends geht’s dann für die Kiddies zur gewohnten Zeit ins Bett, um am nächsten Morgen wieder von neuem flexibel durch den Tag zu schleudern.

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.