Kleine und große Alltagsfluchten Teil I: Was Tagträumen so wertvoll macht

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Manchmal hilft nur Wegträumen, um nicht in die Wolken des grauen Himmels sehen zu müssen. Oder um nach einer anstrengenden Schul- oder Arbeitsstunde die Falten von der Denkerstirn zu glätten. Dabei ist das Tagträumen auf keinen Fall nur vertane Zeit, sondern eine richtig gute Pause fürs Gehirn. Wussten Sie, dass viele geniale Ideen auf das Konto von Tagträumer*innen gehen?

Kennen Sie das: Sie sitzen vollkonzentriert an Ihrem neuen Projekt, Ihre Synapsen sind in maximalem Erregungszustand – gleich wird Ihnen die zündende Idee zu Füßen liegen. Und was passiert? Nichts. Leere im Kopf. Da Sie ein zielstrebiger Mensch sind, lassen Sie aber nicht locker, sondern denken weiter darüber nach, wie Ihr Projekt mit überzeugenden Ideen zum Erfolg werden kann.

Leider bringt das in den meisten Fällen nichts als Frust, denn je mehr wir uns in eine Sache verbeißen, desto weniger Kreativität wird fließen.

Bahn frei für die Gedanken

Was also tun bei Ebbe im Denkorgan? Ein einfacher und wirkungsvoller Trick ist es, vom Schreibtischstuhl aufzustehen und etwas anderes zu tun. Dann hat der Denkfluss wieder freie Bahn und die eine oder andere Idee fliegt Ihnen zu.

Die andere Möglichkeit, Sie ahnen es schon, ist das Tagträumen. Psycholog*innen schätzen, dass wir fast die Hälfte des Tages mit Tagträumen verbringen, sie sprechen von einem „Ruhenetzwerk“ im Gehirn. Je weniger Umweltreize unser Gehirn verarbeiten muss, desto besser ist unsere Fähigkeit zur Problemlösung und kreativer Arbeit.

Im Ruhezustand begreifen wir die Welt

Aber Tagträumen bringt noch mehr als gute Ideen. Wir kommen dabei in einen wunderbaren Ruhezustand, bei dem sich das Gehirn von den ständigen Reizen erholen kann. Dabei ist unser Denkorgan immer aktiv, auch wenn wir uns in die Hängematte legen und in die Wolken schauen. Auch bei monotonen und automatisierten Tätigkeiten wie dem Zähneputzen, Bügeln und anderen, oft ungeliebten Beschäftigungen, kommen wir in einen Zustand des “reizunabhängigen Denkens“, das als Basis für viele komplexe und kognitiv anspruchsvolle Hirnleistungen betrachtet wird.

Newton zum Beispiel kam auf die geniale Idee für sein Gravitationsgesetz wohl beim Ausruhen unter einem Apfelbaum.

Gute Laune und Kooperation der Gehirnareale

Sobald wir also nicht aktiv nachdenken, passiert etwas ganz Wunderbares: Wenn das Gehirn keine Reize von außen verarbeiten muss, arbeiteten verschiedene Hirnareale synchron. Die Folge dieses „Grundzustandsnetzwerks“: Es versetzt uns in die Lage, Zusammenhänge zu verstehen, Erlebtes zu reflektieren und Fakten komplex miteinander zu verknüpfen.

Außerdem beflügelt das Tagträumen vom nächsten Sommerurlaub in Italien oder vom baldigen Treffen mit unserem Liebsten und lässt den Tag in allen Farben strahlen. Es hilft uns, auch in schwierigen Zeiten positiv zu bleiben und verschafft uns einen Gute-Laune-Kick.

Bildquelle Beitragsbild: © Khakimullin Aleksandr /shutterstock.com

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.