Messenger in Schule und Privatleben – aber sicher

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Messenger wie WhatsApp sind auch in der Kommunikation unter Schülern und Lehrern sehr beliebt. Die persönlichen Daten sind hier allerdings alles andere als sicher. Dass man auch anonym chatten kann – ohne Datenklau und das Auslesen persönlicher Vorlieben und Adressbücher – wissen viele nicht. Wir stellen Ihnen die brandneue schul.cloud – für sicheres Chatten in der Schule – und alternative Messenger zur privaten Nutzung vor.

Welche Aufgaben sollten wir in Mathe bis morgen lösen? Hat jemand die Packliste für die Klassenfahrt für mich? Alle Schüler verständigen sich, spätestens ab der 5. Klasse, über Messenger-Dienste. In den allermeisten Fällen sind Schüler und Lehrer über eine der größten digitalen Plattformen vernetzt: WhatsApp. Dass das Chatten aus dem Alltag der meisten Menschen, ob Schüler, Student oder Berufstätiger nicht mehr wegzudenken ist, ist klar.
In der Schule ist die Nutzung von WhatsApp rechtlich allerdings äußerst bedenklich, da die Einhaltung europäischer Datenschutzrichtlinien nicht gewährleistet ist. Nutzer müssen ihre persönliche Handynummer preisgeben und den Zugriff auf das Kontaktbuch erlauben. Jetzt gibt es eine App, über die Schüler und Lehrer sicher miteinander kommunizieren können – die schul.cloud.

Die schul.cloud – brandneuer Messenger für Schüler und Lehrer

Auf der diesjährigen didacta wurde der neue Messenger-Dienst schul.cloud zum ersten Mal vorgestellt – ab April 2018 steht die App Schülern und Lehrern nun kostenlos zur Verfügung. Die Kommunikation erfolgt hier ausschließlich schulintern – ohne Angabe von Handynummern. Die Kontaktdaten sind im schulinternen Kontaktverzeichnis hinterlegt. Die schul.cloud hat eine persönliche Datenablage als Zusatzfunktion, über die Nutzer Unterrichtsmaterialien und andere Informationen abspeichern können. Durch die Möglichkeit zur Synchronisation, stehen die Informationen automatisch auch auf dem heimischen PC oder dem Tablet zur Verfügung.

Die Technologie der schul.cloud ist bereits bei Polizei, Feuerwehr, Behörden und Unternehmen als sicherer Messenger-Dienst stashcat im Einsatz. Der Anbieter arbeitet im Sinne des Datenschutzes mit einer von Handynummern unabhängigen Kontaktdatenbank und einer echten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Voraussetzungen einer „echten“ Ende-zu-Ende-Verschlüsselung:

1. Daten werden durchgehend verschlüsselt übertragen
2. Daten werden nur verschlüsselt gespeichert
3. Der Anbieter hat keinen Zugang zu den Daten

Private Alternativen zu WhatsApp

Wer kommuniziert im Privatleben nicht täglich über Messenger-Dienste? Wohl die Wenigsten. Die Verbraucherzentrale NRW hat sich mit dem Thema Datenschutz bei Messengern auseinandergesetzt. Wir stellen Ihnen an dieser Stelle zwei Apps vor, über die sich Datenschützer freuen können.

Hoccer.com

Bei diesem Messenger bleiben Sie anonym, denn Sie müssen keine Kontaktdaten hinterlassen. Der kostenlose Messenger-Dienst Hoccer speichert, laut Datenschutzerklärung, ausschließlich eine dem Nutzer zufällig zugewiesene Client-ID. Bei Hoccer können Sie zugunsten der Datensicherheit Ihre Kontakte nicht automatisch mit Ihrem Adressbuch synchronisieren. Um sich mit Ihren Bekannten und Freunden zu vernetzen, verschicken Sie Einladungen – zum Beispiel per E-Mail. Die Daten sind direkt auf dem Endgerät verschlüsselt, so können nur Ihre Kontakte die Nachrichten lesen. Falls sich jemand unerlaubt in Ihren Account einloggen möchte, macht die Frontkamera ein Bild von ihm – das kann echt peinlich werden.

Threema.ch

Threema könnte man als „Lightversion“ der sicheren Messenger-Dienste bezeichnen. Der Anbieter speichert die persönliche Telefonnummer und E-Mail-Adresse auf Wunsch, um Kontaktdaten zu synchronisieren. So können Sie über die App direkt Kontakte finden. Eine dauerhafte Datenspeicherung, wie bei vielen herkömmlichen Online-Diensten, findet hier nicht statt. Die Daten aus dem Adressbuch bleiben für Threema verschlüsselt – das Unternehmen speichert sie nach eigenen Aussagen auch nicht ab.

Veganer Kletterer oder Couch-Potato? Was wollen wir preisgeben?

Einfach wird der Schritt von WhatsApp zu anderen Anbietern nicht sein, denn WhatsApp hat einfach jeder auf seinem Smartphone installiert. In die Umstellung auf andere Dienste müssen alle Nutzer erstmal Zeit und Arbeit investieren – vor allem Überzeugungsarbeit, damit Bekannte und Freunde mitziehen. Wir alle wissen, dass User-Daten für Werbung und Nutzerprofile verwendet werden. Die Frage ist, was wir von uns preisgeben möchten. Wer neben Bildern und Nachrichten auch Essgewohnheiten und sportliche Aktivitäten preisgibt und seinen Lebensstil offenlegt, wird für Unternehmen tatsächlich zum vielbeschworenen gläsernen Menschen.

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Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.


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