Tariferfolg: Erzieherinnen freuen sich über mehr Geld und freie Tage

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Erzieher*innen, Eltern und Kinder können endlich aufatmen. Die Protestaktionen und Streiks der 330.0000 Angestellten kommunaler Kitas, bei denen sie in den letzten Monaten mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen forderten, sind erstmal beendet. In der dritten Tarifrunde kam es zwischen der Gewerkschaft ver.di und den Arbeitgebern zu einer Einigung. Schon ab 1. Juli 2022 bekommen die Erzieher*innen im öffentlichen Dienst 130 Euro und Sozialarbeiter*innen 180 Euro mehr Lohn. Und es gibt noch weitere gute Nachrichten für die Beschäftigten.

Die Verhandlungen waren hart. Mit den Protestaktionen und Streiks hatten die Frühpädagog*innen am Ende aber den längeren Atem – und die besseren Argumente. Ihre Arbeitskraft wird gebraucht und es gibt viel zu wenige von ihnen. Anreize, in dem kreativen Beruf zu bleiben oder ihn überhaupt erst zu wählen, sind dringend nötig. Die Arbeitgeber hatten das bisher nicht erkannt, die Verhandlungen galten bis zum Schluss als festgefahren, eine Einigung als unwahrscheinlich. Jetzt gibt es einen Tariferfolg.

Verbesserungen in drei Bereichen: Gehalt, Freizeit und Lohnentwicklung

In der dritten Tarifrunde einigten sich die Gewerkschaft ver.di und die kommunalen Arbeitgeber dann doch auf Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in gleich mehreren Bereichen. Das Gehalt steigt für Erzieher*innen um 130 Euro monatlich, für Sozialarbeiter*innen um 180 Euro im Monat. Die Frühpädagog*innen dürfen sich zudem über zwei zusätzliche freie Tage im Jahr (Entlastungstage) freuen. Wer möchte, hat außerdem die Möglichkeit, einen Teil seines Gehaltes in maximal zwei weitere freie Tage umzuwandeln.

Die dritte Neuerung zu Gunsten der Erzieher*innen und ihren Kolleg*innen ist die stärkere Anerkennung ihrer Berufserfahrung. Bisher war es nämlich so, dass Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst nicht so schnell auf den Gehaltsstufen nach oben klettern konnten wie Angestellte aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes.

Neue Regelung bei den Gehaltsstufen – schnellerer Weg nach oben

Ab 1. Oktober 2024 wird das anders, dann steigen auch die Gehälter in kommunalen oder städtischen Kitas so schnell wie bei allen anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst. „Das ist ein weiterer maßgeblicher Schritt, um die Berufe im Sozial- und Erziehungswesen attraktiver zu machen und wirksam gegen Fachkräftemangel vorzugehen“, so der Chef von ver.di Frank Werneke.

Eine Ausnahme von den aktuellen Vereinbarungen gibt es allerdings: Berlin fällt aus diesen raus. Dort gelten andere Tarifabschlüsse. Die Gewerkschaften gehen aber davon aus, dass der errungene Tariferfolg sich auch auf andere Arbeitgeber sowie die Hauptstadt positiv auswirken wird.

Bildquelle Beitragsbild: ©Lopolo /shutterstock.com

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.