Weihnachten international

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Viele von uns verschwenden keinen Gedanken daran, wie Weihnachten international aussieht. Meist haben wir in Deutschland ein festes Bild mit den uns bekannten Traditionen im Kopf. Dabei spielen der Christbaum, Lichterketten und Plätzchen eine große Rolle. Weltweit gibt es aber noch viele andere Bräuche.

Reisen ist derzeit schwierig. Doch wenn Sie sich in der Ausbildung einige interkulturelle Kompetenzen aneignen möchten oder sogar eine Ausbildung im Bereich Fremdsprachen & Internationales machen, werden Sie früher oder später auf jeden Fall einen Aufenthalt im Ausland einplanen müssen.

Könnten Sie sich vorstellen, dann Weihnachten nicht zu Hause zu verbringen? Für viele gehören gewohnte Traditionen zum Fest dazu, damit sich überhaupt die richtige Stimmung einstellt. Natürlich sehen die Bräuche in einem anderen Land ganz anders aus, was aber auch spannend sein kann. Einige Teilnehmer*innen aus Deutsch- und Integrationskursen der Euro-Schulen erlauben Ihnen einen kleinen Einblick in das typische Weihnachtsfest in ihrem Heimatland:

Von Lernenden an den Euro-Schulen Niederrhein

Friesland, Niederlande

„Bei uns in Friesland ist es Tradition, dass die ganze Familie zusammenkommt und rote Kleidung trägt. Wir gehen raus und wandern. Wenn wir zurückkommen, trinken wir erst Kaffee und essen Roze Koek (Gebäck mit rosa Glasur). Später gibt es warmes Essen und die Geschenke.

Wir werfen dann einen Würfel. Man darf bei einer Eins oder einer Sechs ein Geschenk nehmen – aber nur für jemand anderen.“  

Paraguay

„Auf Spanisch wünscht man sich ‚Feliz Navidad‘. Der 25. Dezember ist in Paraguay ein offizieller Feiertag. Am 24. Dezember ist ‚Nochebuena‘. An diesem Tag bleibt man bis Mitternacht wach. Zuerst isst man zusammen. Um Mitternacht umarmt man sich und beglückwünscht sich. Danach gibt es ein Feuerwerk. Am Ende geht man zu seinen Nachbarn und Verwandten und beglückwünscht auch sie.“

Polen

„Für die Polen ist Weihnachten eine sehr wichtige Zeit. Wir verbringen viel Zeit mit unserer Familie und unseren Freunden.

Am 23. Dezember schmücken wir unsere Wohnung und den Weihnachtsbaum. Am 24. Dezember ist Heiligabend. Wir essen zusammen das Weihnachtsessen. Auf dem Tisch sollen zwölf Speisen sein und jeder soll alle probieren. Nach dem Essen singen wir Weihnachtslieder und öffnen Weihnachtsgeschenke. Am 25. und 26. Dezember verbringen wir viel Zeit zusammen und feiern die Geburt von Jesus.“

Italien

„Wir wünschen allen ungefähr einen Monat lang frohe Festtage. Nicht umsonst sagt uns die Welt, dass wir gut feiern können. Der Baum wird am 8. Dezember geschmückt, das ist der Feiertag „Immacolata“ [Tag der unbefleckten Empfängnis]. Eine wichtige Regel ist: alles mit lauter Weihnachtsmusik.

Am 24. Dezember spielen wir Karten und essen Trockenfrüchte mit Litern an Prosecco oder heißer Schokolade. Der 25. Dezember ist ein Feiertag, also essen und trinken wir am Abend davor ohne Pause, spielen Spiele und packen nachts Geschenke aus. Am nächsten Tag sind wir alle müde. Also essen wir die vielen Reste und entspannen uns zusammen bei Weihnachtsfilmen. Und so geht es weiter bis zum 31. Dezember.“

Kolumbien

„Ab November schmücken wir die Häuser mit viel Licht. Die Straßen in der Stadt sind mit Zeichnungen, Tieren und Landschaften geschmückt. Das heißt ‚Los Alumbrados‘.

Weihnachten wird am 24. und 25. Dezember gefeiert. In meiner Familie sind wir mehr als 40 Menschen und sie treffen sich auf der Familienfarm. Wir beginnen früh mit viel Essen und viel Musik. Familienspiele werden gemacht. Die Erwachsenen trinken einen Schnaps, der ‘Aguardiente‘ heißt. In Kolumbien bringt der „Niño Dios“ die Geschenke.“

Von einem Lernenden an den Euro-Schulen Düsseldorf

Bosnien und Herzegowina

„Weihnachten ist in meinem Heimatland ein ganz besonderer Feiertag. Da Bosnien und Herzegowina ein multireligiöses Land ist, haben wir die Möglichkeit, das ganze Jahr über Feiertagsstimmung zu haben. 

Aber Weihnachten ist etwas ganz Besonderes. Da es im Dezember immer schneit, sieht Weihnachten in Sarajevo aus wie in einem Märchen. Selbst Menschen, die nicht katholisch sind, schmücken immer den Weihnachtsbaum. Im Zentrum der Stadt gibt es einen großen Weihnachtsmarkt mit vielen Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene. 

Das Beste ist für mich das Nachtleben in Sarajevo während der Weihnachtszeit. Es gibt viele Konzerte und die Leute sind immer in der Stimmung zu feiern. Natürlich besuche ich meine katholischen Freunde und kaufe Geschenke für sie und ihre Familien. Ich bin immer für einen Teil des Weihnachtsessens bei meinem besten Freund zu Hause und ich betrachte es als ein großes Privileg. 

Weihnachten ist ein großer Feiertag, der Familie und Freunde zusammenbringt. Und in meinem Heimatland freuen sich die Menschen immer darauf, weil sie wissen, dass es die schönste Zeit des Jahres ist.“

Beitragsbild: shutterstock.com / Per Bengtsson

Autor

Katharina Boyens

Seit März 2016 wird das Redaktionsteam des Euro Akademie Magazins durch Katharina Boyens als Online-Redakteurin verstärkt. Die Germanistin und Anglistin informiert Sie regelmäßig mit Beiträgen in verschiedenen Rubriken.