Schaut der Personaler meine Instagram-Fotos an? Das Wichtigste zu Bewerbung und Social Media

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Schlummern auf Ihrem Facebook-Profil noch feuchtfröhliche Fotos von dem Männertrip nach Mallorca? Oder haben Sie auf Twitter politische Botschaften geteilt? Bei der Bewerbung kann Ihnen das zum Verhängnis werden. Denn immer mehr Personaler nutzen nicht nur Anschreiben und Lebenslauf, um sich ein Bild von dem Bewerber zu machen. Ihre Selbstdarstellung im Internet gibt potentiellen Arbeitgebern einen Einblick in Ihre Persönlichkeit und Kompetenzen – für Sie eine Chance, sich im besten Licht zu zeigen.

Social Media ist für uns längst Alltag geworden. Ganz selbstverständlich setzen wir unser Mittagessen für Instagram in Szene, unterhalten uns in Facebook-Gruppen über unsere Hobbys und informieren uns auf Twitter über das aktuelle politische Geschehen. Berufliche Kontakte knüpfen wir über XING oder LinkedIn. Welche Beiträge wird sich ein Personalverantwortlicher anschauen? Und was kann ich tun, um bei der Bewerbung nicht in die Social-Media-Falle zu tappen – sondern meine Chancen sogar noch zu verbessern?

Die Social-Media-Falle

Zwei von drei Personalern informieren sich in sozialen Netzwerken über die Bewerber, wie eine Studie von Bitkom aus dem Jahr 2018 ergab. Die Priorität liegt dabei auf den beruflichen Plattformen. Aber auch private Profile, also Facebook, Instagram, etc., sehen sich mehr als 30 Prozent der Personalverantwortlichen an. Und die können über den Bewerbungserfolg entscheiden. Wer sich hier gut verkauft, kann seine Chancen enorm verbessern. „Die Social-Media-Selbstdarstellung kann aber durchaus auch zur Karrierebremse werden“, meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Denn jeder vierte Personaler hat schon Bewerber wegen einzelner Social-Media-Beiträge ausgeschlossen. Das können Partybilder oder beleidigende Posts sein. Aber auch ein Forenbeitrag, der vor Rechtschreibfehlern trieft oder ein peinlicher Benutzername kann den Ausschlag geben.

Einmal googeln, bitte

Der erste Schritt zur seriösen Internetpräsenz ist es, ein bisschen Narzissmus zu zeigen – und den eigenen Namen zu googeln. Alles, was im Netz frei verfügbar ist, können Personalverantwortliche auch sehen. Und das dürfen sie auch: Die meisten Unternehmen haben dazu keine klaren Vorgaben und arbeitsrechtlich ist das Stöbern in den Profilen nicht verboten. Überprüfen Sie, welche Links und Fotos als Erstes angezeigt werden. Ist etwas Unseriöses dabei, versuchen Sie, die Quelle ausfindig zu machen und den Inhalt zu entfernen. Bei den eigenen Profilen ist das ganz leicht: Die Posts kann man einfach löschen oder auf privat setzen. Die meisten Anbieter erlauben auch die Angabe eines Spitznamens – Sie müssen das Profil also gar nicht mit Ihrem richtigen Namen verknüpfen. Wenn Bilder von Ihnen auf anderen Webseiten auftauchen, bleibt Ihnen meistens nur, den Seiteninhaber zu kontaktieren. Er ist der Einzige, der das Bild löschen kann.

Soziale Netzwerke gezielt nutzen

Wenn Sie sicher sind, dass keine Inhalte mehr zu finden sind, die Ihnen bei der Jobsuche in die Quere kommen könnten, beginnen Sie damit, Ihr berufliches Profil zu professionalisieren. Viele Firmen suchen gezielt über XING oder LinkedIn nach guten Nachwuchskräften. Wenn Sie es noch nicht getan haben, füllen Sie das Profil gewissenhaft aus. Achten Sie auf ein seriöses und sympathisches Profilbild – der erste Eindruck zählt schließlich auch online. Fügen Sie Kontakte hinzu und treten Sie fachlich passenden Gruppen bei. Und dann können Sie mit den Bewerbungen starten – oder Sie warten darauf, dass die Recruiter Sie finden.

Lieber gar kein Social Media?

Ihnen ist das alles viel zu anstrengend? Würden Sie lieber gar keine sozialen Netzwerke nutzen, anstatt sich um die Pflege Ihres Online-Profils zu kümmern? Leider ist das kein guter Ansatz. Zum einen berauben Sie sich dadurch einer Chance. Mit einem guten Profil können Sie potentielle Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen – und mehr von Ihren Kompetenzen und Ihrer Persönlichkeit zeigen als im Anschreiben oder Lebenslauf. Außerdem können auch Social-Media-Verweigerer Probleme im Bewerbungsprozess bekommen: Zumindest acht Prozent der Personaler stellen Bewerber ohne Social-Media-Profil grundsätzlich nicht ein. Gerade für Unternehmen, die viel Wert auf ihren Online-Auftritt legen, kann das Profil in den sozialen Netzwerken entscheidend sein. Nehmen Sie sich also die Zeit, um Ihre Internetpräsenz aufzupeppen – es lohnt sich!

Autor

Anna Rüppel

Seit April 2019 macht Anna Rüppel den Auszubildenen das Leben ein bisschen einfacher – mit Tipps und Neuigkeiten zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.