Die Kurve des Glücks ist ein U

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Fühlen Sie sich gerade öfter mal richtig glücklich? Egal, ob Sie jetzt mit „ja“ oder „nein“ antworten – laut Andrew Oswald, britischer Ökonom und Glücksforscher, gibt es einen Faktor, der das Gefühl von Glück im Leben maßgeblich bestimmt.

Anne ist Anfang 20, die Welt ist ihr zu klein. Trotz Corona schmiedet sie große Pläne für ihre Zukunft. Das Leben ist eine Wundertüte, die es zu entdecken gilt – glitzernd, überraschend und bunt. Wenn die Pandemie vorbei ist, wird Anne von einer Party zur anderen fliegen und gleichzeitig ihre Ausbildung wuppen – der Himmel schimmert rosarot. Sie strotzt vor Energie und Selbstbewusstsein. Wenn Sie genauso jung sind wie Anne, geht es Ihnen vielleicht ähnlich.

In der Rushhour des Lebens empfinden wir weniger Glück

Wie wird es sein, wenn Anne in den Dreißigern und Vierzigern ist? Laut Oswald nimmt das „Glücklichsein“ im Durchschnitt zur Lebensmitte hin deutlich ab – wir haben Erfahrungen gesammelt, sind nicht mehr so blauäugig und gleichen unsere großen Ziele aus den jungen Jahren mit dem Erreichten ab.

Außerdem stecken wir in der Rushhour des Lebens. Die Früchte der Ausbildung oder des Studiums sollen geerntet werden, viele gründen eine Familie in dieser Zeit. Eine Zeit, in der Muße und Stunden für sich und Freunde oft sehr kurz kommen. Das macht unzufrieden.

Heißt das, dass wir ab Mitte 30 dem Glück „Adieu“ sagen müssen? Aber nein! Denn die Glückskurve geht, man kann es kaum glauben, nach den mittleren Jahren wieder nach oben. Und das, wo doch die körperliche Fitness nachlässt, wir nicht mehr so elastisch und flexibel sind wie mit Mitte 20.

Das Zufriedenheitsparadoxon – ab Mitte 40 geht’s bergauf

Klingt paradox? Das dachte sich Oswald auch, als ihm diese Kurve bei seiner Suche danach, was die Menschen glücklich macht, begegnete. Doch dann entdeckte er das Kuriose: Die U-Kurve besagt, dass Menschen in den späten 40ern oder Anfang 50ern langsam aber sicher wieder glücklicher werden. Freilich nicht so leichtfüßig und ungestüm wie in der Jugend – dafür sind sie gelassener und müssen beruflich wie privat nicht mehr immer die Nase vorn haben. Das Zufriedenheitsparadoxon war entdeckt.

Obwohl die körperliche Fitness abnimmt, verbessert sich also das Lebensgefühl. „Faszinierend!“, ruft der Glücksforscher im ZEIT-Artikel „Das beste kommt noch“ aus. Das hat wohl auch mit der sinkenden Erwartung ans Leben zu tun – die Älteren sind quasi positiv überrascht, von dem was da alles noch so kommt, in der frühen und mittleren Phase des Alters. So in etwa begründet Wirtschaftswissenschaftler Hannes Schwandt in verschiedenen Publikationen die positive Wirkung des Alters auf unser Glücksgefühl.

Auf ins „Leben für Fortgeschrittene“

Also, für alle, die wie Anne gerade ganz frisch erwachsen sind: Genießt es und bleibt cool, die Rushhour wird kommen. Und für jene, die sich gerade in der turbulenten Lebensmitte befinden: Freut euch, das Alter bringt mehr Positives, als ihr denkt! Oder mit Eckard von Hirschhausens Worten in “Die U-Kurve des Lebens“ im Tagesspiegel gesprochen: „Altern ist kein „Schicksal“. Es ist Leben für Fortgeschrittene.“

Sie sind in Aufbruchsstimmung und könnten die Welt aus den Angeln heben? Dann freuen wir uns, Sie als Azubi an der Euro Akademie begrüßen zu dürfen! Ganz gleich, in welchem Alter Sie sind.

Bildquelle Beitragsbild: © Kues /shutterstock.com

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.