Jahresrückblick: Sehen Sie es positiv!

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Wenn das Jahr zu Ende geht und die besinnlichen Tage ein wenig Zeit zum Nachdenken schenken, blicken wir auf die vergangenen zwölf Monate zurück. Mit der richtigen Einstellung kann dieser Rückblick durchaus positive Erinnerungen wecken.

Es gibt eine sehr sinnvolle Einrichtung in unserem Gehirn, die uns vor zu viel Negativem bewahrt. Deshalb erscheint im Rückblick früher alles besser gewesen zu sein. In Wirklichkeit erinnern wir uns nur an ganz bestimmte Dinge, die das Gehirn unbewusst auswählt. Erlebnisse, bei denen wir schlecht wegkommen, lässt unser Denkorgan gerne aus oder verschönert sie.

Vieles, was wir erlebt haben, vergessen wir innerhalb von kurzer Zeit wieder. Könnten wir uns an alles erinnern, würden wir aus Überforderung krank. Das Gedächtnis sucht sich quasi aus, was es speichert und was nicht. Diese Selektion läuft ohne unser Zutun, also unbewusst ab.

Selbstkritik ja – aber behalten Sie Ihre Stärken im Blick

Soweit so gut, wäre da nicht unser Bewusstsein, das gerne den Selbstkritiker auspackt. Der reibt uns jeden Fehler schonungslos unter die Nase und weist uns auf unsere ungeliebten Schwächen hin. Klar ist es gut, wenn Sie Ihr Verhalten reflektieren, das bringt Sie persönlich und beruflich weiter. Auf Selbstbeschimpfungen, was für ein erbärmlicher Trottel Sie doch sind, sollten Sie jedoch unbedingt verzichten. Behalten Sie immer auch Ihre guten Seiten und die Stärken im Blick. Die brauchen Sie nämlich ganz dringend für Ihr Selbstbewusstsein.

Wir sind wahre Meister im Meckern

Meistens hadern wir lange mit Dingen, die schief gelaufen sind. Wir regen uns darüber auf, wie groß der Stau, wie langsam das Internet und wie mies das Wetter in den letzten Wochen war. Haben Sie schon einmal einen Kollegen gesehen, der sich über den funktionierenden Kopierer freut, oder Eltern erlebt, die eine Lobeshymne auf die Erzieher im Kindergarten singen, weil sie sich tagtäglich mit viel Geduld und Engagement um den Nachwuchs kümmern? Haben Sie wahrscheinlich nicht. Denn alles, was nicht funktioniert, behalten wir im Gedächtnis – was reibungslos läuft, ist selbstverständlich.

Glück: Genetik, Lebensumstände und persönliche Einstellung

Zeit für einen Perspektivwechsel. Wer seine Aufmerksamkeit auf das Gute im Leben lenkt, ist nachweislich glücklicher. Nur zehn Prozent unseres Glücksempfindens sind nämlich auf die Lebensumstände zurückzuführen – ganze 40 Prozent macht unsere Einstellung aus. Die restlichen 50 Prozent Glückstalent sind genetisch bedingt.

Darum lohnt sich der positive Rückblick

Positiv auf das Geschehene zurückzublicken, hat nicht nur Auswirkungen auf die Stimmung in diesem Moment, sondern beeinflusst unsere Gesundheit nachhaltig. Wenn Ihr Glas halbvoll ist statt halbleer, ist das Immunsystem stabiler, Sie sind nicht so anfällig für depressive Verstimmungen und Sie verkraften Stresssituationen besser. Außerdem achten optimistische Menschen stärker auf ihre Gesundheit.

Wenn Sie vergangene Erlebnisse als gut empfinden, erwarten Sie auch in Zukunft positive Ereignisse in Ihrem Leben. Das hilft, sich neuen Herausforderungen zu stellen und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. In der Psychologie nennt man das selbsterfüllende Prophezeiung. Wenn ich eine negative Reaktion meines Gegenübers erwarte, werde ich mich unbewusst so verhalten, dass diese Reaktion tatsächlich eintritt. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Probieren Sie es doch gleich mal aus!

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.