Silvester international: Apfelorakel, rote Unterwäsche und Linsen

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Während bei uns pünktlich zum Jahreswechsel Raketen durch die Lüfte schießen und sich ein bunter Funkenregen über unseren Köpfen ergießt, bleibt es in manchen Ländern eher ruhig auf den Straßen. Langweilig muss es deshalb aber trotzdem nicht sein. Wir haben spannende Silvesterbräuche aus der ganzen Welt für Sie zusammengetragen. Lassen Sie sich inspirieren!

Wozu eigentlich die ganzen Silvesterbräuche? Böller, Raketen und Co. sollen mit iIhrem lauten Getöse und ihrem bunten Funkenregen böse Geister vertreiben. Glücksbringer und bestimmte Speisen helfen dem Glück für das nächste Jahr auf die Sprünge.

Deutschland: Feuerwerk, Glücksschweine und Orakel

Kein Silvester in Deutschland ohne Marzipanschweine, Schornsteinfegerfiguren und Glücksklee. So kitschig das auch sein mag, sie gehören zum Jahreswechsel wie der Christbaum zu Weihnachten. Bleigießen ist seit letztem Jahr nicht mehr erlaubt, da Blei ein ziemlich giftiges Zeug ist.

Wer sich den Spaß am Orakeln trotzdem nicht nehmen lassen will, kann mit Tarotkarten oder Kaffeesatzlesen in die Zukunft blicken. Auch das traditionelle Silvesterfeuerwerk ist in den letzten vergangenen Jahren immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Böller verpesten die Luft und kosten wahnsinnig viel Geld, das man sinnvoller ausgeben könnte, so die Kritiker. Im Jahr 2018 gaben die Deutschen laut statista.de übrigens rund 137 Millionen Euro für Feuerwerkskörper aus.

Schottland: First Footing, Whiskey und Süßigkeiten

Silvester ist einer der höchsten Feiertage in Schottland. Die Schotten haben deshalb sogar am 2. Januar noch frei. Zum Jahreswechsel kann es etwas hektisch werden in schottischen Häusern. Die Feiergesellschaft schlüpft zu Mitternacht schnell in Jacken und Schuhe, um zu Nachbarn oder Freunden zu eilen. Es bringt nämlich Glück, wenn man nach Mitternacht als erstes einen Fuß in deren Zuhause setzt und ihnen einen Whiskey und Süßigkeiten mitbringt. Außerdem gehört es zur Tradition, die Nationalhymne „Auld Lang Syne“ gemeinsam zu singen.

Griechenland: Zocken und Brot mit Überraschung

Zum Jahreswechsel zocken die Griechen, was das Zeug hält. Dreistellige Millionenbeträge wandern jedes Jahr über die Spieltische des Landes. Je mehr man gewinnt, desto mehr Glück verspricht das neue Jahr. Wer kein Glück im Spiel hat, kann noch darauf hoffen, dass er die Münze ergattert, die ins erste Brot des Jahres eingebacken wird.

Tschechien: Apfelorakel und Linsen

Das Lesen der Kerne in einem halbierten Apfel ist in Tschechien eine alte Tradition. Dabei ist die Anordnung der Kerne entscheidend: Liegen die Apfelkerne gekreuzt im Gehäuse, bringt das Unglück. Wer einen Stern im inneren erkennen kann, dem ist das Glück hold. Damit man im nächsten Jahr keine finanziellen Schwierigkeiten hat, kommt um Mitternacht ein Linsengericht auf den Tisch.

Italien: Rote Kleidung und gekreuzte Finger

Ein rotes Kleidungsstück zum Jahreswechsel bringt den Italienern Glück. Am besten rote Unterwäsche – neu und nicht selbst gekauft. Zu Mitternacht schließen die Italiener die Augen und kreuzen Zeigefinger und Mittelfinger, um dem Glück auf die Sprünge zu helfen – der Brauch ist gleichzusetzen mit dem deutschen Daumenhalten. Das Beste daran: Jeder hat drei Wünsche fürs neue Jahr frei.

China: Ungeheuer verjagen und Mandarinen ins Meer

In China feiert man Silvester nicht am 31. Dezember, sondern zum ersten Neumond nach dem 21. Januar. Der Legende nach treibt sich das feuerspeiende Ungeheuer Nyan zum Jahreswechsel in den Straßen herum. Lärm und die Farbe Rot mag es gar nicht, – deshalb vertreiben die Chinesen das Ungeheuer mit lauten Böllern und rot geschmückten Häusern und Straßen.

Frauen, die auf der Suche nach einem Mann fürs Leben sind, werfen in China Mandarinen ins Meer. Früher wollte man so einen guten Seemann als Ehepartner anlocken.

Vor der großen Feier putzen die Chinesen, was das Zeug hält, um die bösen Geister zu vertreiben. Die guten Geister holt man sich dann eine Stunde vor Mitternacht ins Haus, indem man die Fenster weit öffnet.

USA: Maskenbälle und „Nothing goes out“

In den Vereinigten Staaten soll Essen in Form eines Ringes Glück bringen. Besonders beliebt sind außerdem Maskenbälle, bei denen man sich nach Mitternacht erst demaskiert, um zu sehen, mit wem man den halben Abend getanzt hat. Das absolute Highlight für alle, die Menschenmassen nicht scheuen, ist das große Feuerwerk in New York.

In manchen Teilen der USA dürfen Gegenstände zum Jahreswechsel auf keinen Fall das Haus verlassen – nicht einmal der Müll darf raus. Wer’s trotzdem wagt, wird im neuen Jahr vom Pech verfolgt.

Wir wünschen Ihnen ein rauschendes Silvesterfest und viele Glücksmomente im neuen Jahr!

 

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Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.


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