Teilen statt kaufen – die besten Sharing-Konzepte und -Portale

0

Teilen ist in. Interessen teilen wir mit anderen auf Facebook und Twitter. Und auch Carsharing ist unter Großstädtern schon lange kein Geheimtipp mehr. Außerdem brauchen wir manche Dinge, die wir uns kaufen, nur selten – zum Beispiel die Bohrmaschine. Sich diese auszuleihen, spart Geld und schont die Umwelt.

Wir konsumieren, was das Zeug hält. Das zieht uns monatlich ziemlich viel Geld aus der Tasche, kostet wertvolle Ressourcen und belastet die Umwelt. Dabei sind die Möglichkeiten, Dinge zu leihen anstatt sie zu besitzen, in den letzten Jahren enorm gewachsen. Auch manch großes Unternehmen entwickelt Konzepte, um den gesellschaftlichen Trend nicht zu verpassen.

Von geschrumpfter Kinderkleidung bis zur eingerosteten Bohrmaschine

Die Kleidung der Kinder, die urplötzlich geschrumpft zu sein scheint, haben wir schon immer gerne weitergegeben oder auf dem Flohmarkt verkauft. Das ist ja auch einfach, denn die braucht man nun wirklich nicht mehr. Von anderen Gegenständen trennt man sich oft nicht so leicht. Wer zu den Sammlern unter uns gehört, weiß, wovon ich spreche.

Bevor Ihr Hab und Gut im Schrank vor sich hindümpelt, könnten Sie dieses doch auch verleihen oder vermieten – also mit anderen teilen. Das bringt ein bisschen Geld und das gute Gefühl, ganz nebenbei etwas gegen den Konsumterror getan zu haben. Außerdem bekommen Sie die Dinge ja wieder zurück.

Carsharing – keine versteckten Nebenkosten

Der große Vorteil des Carsharings: Sie haben keine Kosten für Anschaffung, Versicherung und Reparaturen des fahrbaren Untersatzes. Inzwischen gibt es nicht nur kommerzielle Anbieter in diesem Bereich, sondern auch Privatleute, die ihr Auto vermieten. Das ist um einiges günstiger als bei einem Unternehmen. Dafür sind Sie damit nicht so flexibel, da Sie nicht an jeder Ecke ein Auto finden, in das Sie einfach einsteigen können. Auf snappcar.de ist das Mieten oder Verleihen von Privatfahrzeugen möglich.

Wenn Sie bereit sind, etwas mehr zu investieren, bieten Ihnen professionelle Carsharer ein Auto tageweise oder für ein paar Stunden an. Sie sind außerdem nicht auf ein Vehikel festgelegt, sondern können sich, je nachdem was Sie vorhaben, einen PKW aussuchen. Auch Transporter für einen anstehenden Umzug sind im Angebot.

Der Carsharing-Typ …

  • fährt nicht mehr als 7000 Kilometer im Jahr.
  • wohnt in einer Stadt, in der Carsharing angeboten wird.
  • braucht das Auto eher für Kurzstrecken.
  • sieht ein Fahrzeug nicht als Statussymbol.

Wie groß der Trend des Autoteilens ist, zeigt die Tatsache, dass die beiden Konkurrenten Daimler und BMW 2018 ihre Tochterunternehmen Car2go und Drive Now zusammengelegt haben, um gemeinsam die Zukunft der Mobilität maßgeblich mitzugestalten.

Übrigens: Bei manchen Anbietern gibt es vergünstigte Tarife für Auszubildende und Studenten.

Foodsharing – 18 Tonnen im Müll

Rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden laut einem Blogbeitrag von avocadostore.de jedes Jahr weggeworfen – etwa eine LKW Ladung pro Minute. Auf foodsharing.de können Privatpersonen Lebensmittel teilen, verschenken oder kostenlos abholen.

Im größeren Stil bewahrt das Berliner Start-up SIRPLUS Essbares vor der Mülltonne. Das junge Unternehmen arbeitet mit Vertretern der Lebensmittelindustrie, mit Supermärkten und Landwirten zusammen. In ihren Läden in Berlin und im Online-Shop verkaufen sie Lebensmittel, die zu klein, zu hässlich oder zu krumm sind, um in den Regalen der Supermärkte zu landen. Auch Artikel mit einem auslaufenden Mindesthaltbarkeitsdatum werden hier angeboten.

Coworking-Spaces – zusammen ist man weniger allein

Flexibilität ist das Wort unserer Zeit. Die Digitalisierung macht in vielen Jobs ein Arbeiten von jedem Ort der Welt aus möglich. Moderne Nomaden haben ihren Laptop unterm Arm und ihr Smartphone am Ohr. Ein eigenes Büro? Viel zu teuer! Und langweilig – da trifft man ja niemanden außer sich selbst.

In Coworking-Spaces können Sie sich ganz unkompliziert einen Arbeitsplatz mieten. Hier sitzt der Grafiker neben der Modedesignerin. Der Ingenieur neben dem Werbetexter. Jeder arbeitet an seinem Projekt. Austausch in den Pausen ist aber durchaus erwünscht.

Auf coworkingguide.de finden Sie Arbeitsplätze zum Mieten in vielen deutschen Städten.

Werkzeug und Partykram auf Zeit

Viele Dinge nutzen wir nur manchmal. Die Bohrmaschine läuft vor allem nach dem Einzug heiß. Cocktailmixer und Co. brauchen wir nur für die nächste große Party. Und die Bierzeltgarnitur nimmt 360 Tage im Jahr die halbe Garage ein. Am effektivsten und nachhaltigsten ist die Leiherei von Gebrauchsgegenständen natürlich unter Nachbarn und Freunden.

Leihläden gibt es einige – allerdings meist nur in großen Städten. Bei fairleihen.de können Sie sich zum Beispiel im Umkreis von 30 Kilometern um Berlin Dinge borgen. In den meisten Städten sieht es bisher noch mau aus, was das Leihen von alltäglichen Dingen angeht.

Eine witzige Idee kommt aus der Schweiz: Auf pumpipumpe.ch können Sie Aufkleber für Ihren Briefkasten bestellen, damit Ihre Nachbarn genau wissen, was Sie so alles bei Ihnen pumpen können.

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.