Weihnachten und Corona: „Und, wie feiert ihr dieses Jahr?“

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Ich dachte, dass 2020 das Jahr wird, in dem ich bekomme, was ich möchte. Jetzt weiß ich, dass 2020 das Jahr ist, in dem ich das schätze, was ich habe.

Durchs Fenster schaue ich in den verschneiten Garten und nasche die Schokolade aus dem zweiten Adventskalender-Türchen, während Paul McCartney aus dem Radio eine „Wonderful Christmastime“ wünscht. Es könnte der perfekte Vorweihnachtsmoment sein – und doch ist dieses Jahr alles anders. Corona bleibt als leise Stimme im Hinterkopf immer präsent und erinnert mich daran, dass in dieser Adventszeit so viel fehlen wird: Der Glühwein mit Freundinnen auf dem Weihnachtsmarkt, das Plätzchenessen bei Oma und das Klassentreffen am Tag vor Weihnachten, wenn es alle zurück in die Heimat treibt. Und auch das Fest selbst wird anders sein – ohne gemeinsames Essen und Singen, dafür aber mit Abstand und Maske.

Für mich ist Weihnachten das wichtigste und schönste Fest des Jahres und ich verstehe jede*n, der sich um diesen Familientag betrogen fühlt. Wir waren schon das ganze Jahr so stark und haben uns alle eine paar Tage der Unbeschwertheit verdient. Trotzdem müssen wir das Beste aus diesem anderen Weihnachtsfest machen, uns auf die wichtigen Dinge besinnen, kreative Lösungen finden und vor allem: Uns gegenseitig unterstützen, wo wir nur können.

Digitale Unternehmungen

Der Weihnachtsmarktbesuch muss dieses Jahr leider ausfallen. Zum Glück gibt es tolle vorweihnachtliche Erlebnisse, die man auch digital unternehmen kann – ganz ohne kalte Hände und rote Nasen. Rätselfreund*innen können in virtuellen Escape Rooms  gemeinsam das Weihnachtsfest retten. Dafür braucht man nur einen Computer, Stift und Papier und ungefähr zwei Stunden Zeit. Auch andere Aktivitäten lassen sich problemlos ins Internet verlagern. Wie wäre es zum Beispiel mit einem digitalen Spieleabend über Skribbl.io? Ein*e Spieler*in zeichnet einen Begriff und die anderen müssen ihn so schnell wie möglich erraten.  Auch die wunderbar kitschigen Weihnachtsfilme können sie mit Ihren Lieben schauen: Mit einer Watch Partys können Sie einfach synchron streamen, während sie sich im Videochat zusammenschalten.

Nach draußen gehen

Dieses Jahr müssen wir uns besonders warm einpacken, denn viele Aktivitäten kann man auch im Winter nach draußen verlagern. Klar, das Treffen mit dem ganzen Freundeskreis ist trotzdem nicht drin. Warum aber nicht mal die Mama schnappen und mit einer Thermoskanne heißem Tee bewaffnet durch den Winterwunderwald stapfen? Masken haben nämlich auch einen ultimativen Vorteil: Die Nase wird nicht kalt!

Viele Familien überlegen auch, das Weihnachtsfest selbst an der frischen Luft zu feiern. Da ist natürlich Kreativität gefragt, damit niemand friert. Mit einem wärmenden Feuer, heißen Getränken und einer Ladung Kuscheldecken werden auch die Outdoor-Weihnachten zu einem besinnlichen Fest. Und vielleicht bilden sich so ja sogar neue Weihnachtsrituale.

Etwas zurückgeben

Ich will mich gar nicht groß aufspielen mit Dankbarkeit, uns geht’s doch gut, zumindest sind wir gesund und dem ganzen Käse. Corona nervt gewaltig und es ist okay, deshalb traurig und wütend zu sein. Aber zur Weihnachtszeit besinnt man sich ja doch darauf, wie man anderen helfen kann. Und gerade dieses Jahr, wo sich so viele Menschen einsam fühlen, ist das einfacher denn je. Das kann schon ein Anruf bei Oma sein, ein Einkauf für den Nachbarn, eine Weihnachtskarte an Tante Inge oder eine Tüte Plätzchen für den netten Herren an der Supermarktkasse.

Wir können uns die Corona-Pandemie an Weihnachten leider nicht wegwünschen, egal, wie viele Wunschzettel wir an das Christkind schreiben. Wir können aber alle dazu beitragen, dass die Adventszeit trotz allem besinnlich und schön wird und dass wir  –  zumindest im engsten Kreis – gemeinsam gesund Weihnachten feiern können.

Bildquelle Beitragsbild: © Yuganov Konstantin  /shutterstock.com

Autor

Anna Rüppel

Anna Rüppel ist mit 1,78 m die Größte, wenn es um Ausbildung und Beruf geht. Als Kind war sie kleiner.