Kuriose Weihnachtsbräuche aus aller Welt

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Endlich ist es soweit: Das vierte Lichtlein brennt und Heiligabend steht vor der Tür. Wie wird das Fest bei Ihnen gefeiert? Traditionell mit Christmette, Würstchen und Kartoffelsalat und Weihnachtsliedern unterm Tannenbaum? In anderen Ländern gibt es andere Weihnachtsbräuche – und einige davon sind ziemlich kurios.

Besen verstecken in Norwegen

In Norwegen wimmelt es von Hexen und bösen Geistern, ganz besonders zu Weihnachten. Aber Hexen brauchen Besen und die Norweger*innen sind nicht dumm: Sie verstecken ihre Besen einfach, damit sie niemand klauen kann. Sonst könnte es passieren, dass die Spukgestalten damit durch den Nachthimmel reiten – und am Ende noch dem Weihnachtsmann in die Quere kommen.

Die Weihnachtsgurke in den USA

In den Vereinigten Staaten hat sich ein typisch deutscher Brauch bewahrt – zumindest glauben das die Amerikaner*innen. Denn wir Deutschen lieben (neben Sauerkraut und Bier) Essiggurken. So sehr, dass wir sogar den Weihnachtsbaum damit schmücken. Und so soll die „Christmas Pickle“ über deutsche Auswanderer*innen ihren Weg ins amerikanische Brauchtum gefunden haben. Traditionell wird dort eine gläserne Gurke zwischen den Christbaumzweigen versteckt. Grün wie Gurken nun mal sind, tarnt sie sich ganz gut. Wer sie zuerst findet, bekommt ein Geschenk und wird im neuen Jahr ganz viel Glück haben.

Ein brennender Ziegenbock in Schweden

Das schwedische Städtchen Gävle hat eine ganz besondere Weihnachtstradition. Seit 1966 wird dort jedes Jahr am ersten Adventswochenende eine riesige Ziege aus Stroh, der Gävlebock, aufgestellt. 13 Meter hoch ist das Prachtstück. Doch spannender ist der zweite, nicht beabsichtigte Teil der Tradition. Denn schon im ersten Jahr ging der Strohbock in Flammen auf – Brandstiftung. Seitdem ist es zu einer Art Volkssport geworden, den Gävlebock in Brand zu setzen. 36 Mal wurde der arme Bock in den letzten 52 Jahren zerstört. Inzwischen wird das Tier eingezäunt und durch professionelles Sicherheitspersonal und Webcams überwacht. Und trotzdem gelingt einigen Brandstiftern immer wieder der Coup. Sehr spektakulär zum Beispiel 2005, als zwei Personen – verkleidet als Weihnachts- und Lebkuchenmann – den Bock mit einem brennenden Pfeil in Brand setzten. Man kann sogar Wetten abschließen, ob der Gävlabock dieses Jahr brennen wird. Bisher scheint es ihm gut zu gehen: Auf seinem offiziellen Twitter-Account berichtet er von seinen weihnachtlichen Erlebnissen.

Der Gävlebock

Der Lucastuhl in Ungarn

Auch in Ungarn treiben zur Weihnachtszeit die Hexen ihr Unwesen. Deshalb beginnen die Männer schon am 13. Dezember, dem Lucia-Tag, einen Stuhl aus genau sieben verschiedenen Holzarten zu bauen. Zu Heiligabend ist er fertig und wird mit in die Christmette genommen. Dort stellt man sich dann auf den Stuhl und hält nach Hexen Ausschau. Hat man eine entdeckt, rennt man mitsamt dem Stuhl so schnell wie möglich nach Hause. Unterwegs streut man Mohnsamen aus, damit die Hexen, die natürlich die Verfolgung aufnehmen, durch das Aufsammeln abgelenkt werden. Zuhause angekommen wirft man den Stuhl ins Feuer und die Gefahr ist gebannt.

Telefonliebe in Russland

In Russland wird Weihnachten erst am 7. Januar gefeiert. Und da es ja das Fest der Liebe ist, gehen die russischen Frauen zu dieser Zeit auf Männerjagd. Ab dem 6. Januar suchen sie für 12 Tage einen Ehemann – und zwar per Telefon. Traditionsgemäß tippen sie wahllos Nummern ein. Der erste Mann, der abnimmt, ist der Eine.

Eine ungewöhnliche Krippenfigur in Katalonien

Sie kennen ja die traditionelle Krippenaufstellung: Maria, Josef, dazwischen das kleine Jesuskind und daneben ein Bauer mit heruntergezogenen Hosen, der gerade sein großes Geschäft erledigt. Moment – dieser Caganer (zu Deutsch „Scheißer“) ist nur im katalanischen Kulturkreis eine typische Krippenfigur.

Eine Krippe mit Caganer

Dort wird er zunächst in der Krippe versteckt und die Kinder müssen ihn suchen. Woher dieser Brauch kommt, lässt sich nicht mehr genau sagen. Vielleicht wollte man in der heiligen Krippe auch das stinknormale Leben der Landbevölkerung zeigen. Heute ist der Caganer nicht mehr unbedingt ein Bauer, sondern oft auch prominent. Man findet ihn in Form von Angela Merkel, Elvis Presley, Spiderman und sogar dem Papst. Und eine Funktion hat der Caganer auf jeden Fall: Er bringt einen großen Haufen Glück.

Egal ob Sie zu Weihnachten Ziegen verbrennen, Gurken suchen oder Besen verstecken – wir vom Euro Akademie Magazin wünschen Ihnen ein entspanntes Fest und einen fantastischen Start ins neue Jahr!

Autor

Anna Rüppel

Anna Rüppel ist mit 1,78 m die Größte, wenn es um Ausbildung und Beruf geht. Als Kind war sie kleiner.