Werden Sie doch Nikolaus!

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Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Nächstenliebe. Am 5. Dezember ist Nikolausabend – und der Tag des Ehrenamtes. Was könnte schöner sein, als ehrenamtlich als Nikolaus Klein und Groß eine Freude zu bereiten? Doch wie wird man eigentlich Nikolaus? Wir haben für Sie die wichtigsten Merkmale des berühmten Bischofs einmal zusammengetragen – damit Sie für Ihren großen Auftritt gewappnet sind.

Niemand spaltet die Gefühle der Kinder so sehr wie der Nikolaus. Schon Tage vorher sind die Kleinen furchtbar aufgeregt und in heller Vorfreude – steht der große bärtige Mann mit dem roten Gewand dann in der Tür, wird es ihnen ganz schnell mulmig. Doch der bange Moment ist meist schnell wieder verflogen, wenn der Nikolaus seine Geschichte erzählt und aus dem Sack kleine bunte Päckchen zaubert.

Wann und warum feiern wir Nikolaus?

Es gibt immer wieder Diskussionen darüber, ob der Nikolaus nun am 5. oder 6. Dezember kommt. Wir lösen das für Sie auf: Am 5. Dezember ist Nikolausabend und die Stiefel der Kinder werden vor die Türe gestellt – am nächsten Morgen sind diese dann mit Süßigkeiten, Mandarinen und Nüssen gefüllt. Der eigentliche Nikolaustag ist aber der 6. Dezember – das soll der Todestag des bärtigen Wohltäters sein.

Dass Bischof Nikolaus wirklich gelebt hat, ist sicher – nur wann, ist nicht so ganz klar. Manche Überlieferungen sagen im 4. Jahrhundert, andere im 6. Jahrhundert. Auf jeden Fall lebte er an einer Küstenstadt, die heute zur Türkei gehört. Er wird als Heiliger verehrt, weil er sich besonders um das Wohl der armen Leute und der Kinder gekümmert hat. Der Überlieferung nach war er der Sohn reicher Eltern, die ihm ein großes Vermögen hinterließen. Den Reichtum behielt er aber nicht für sich, sondern half damit den Bedürftigen.

Woher kommen die heutigen Nikoläuse und wie wird man einer?

Nikoläuse sind oft auf eigene Faust unterwegs. Sie werden von Nachbarn, Bekannten oder Verwandten angesprochen und haben ihren großen Auftritt meist in Privathäusern. In vielen Städten und Gemeinden können Sie sich an die Kolpingfamilie wenden oder einfach im Pfarramt Ihrer Gemeinde nachfragen, wenn der Nikolaus zu Ihnen nach Hause kommen soll. Dort arbeiten die Nikolaus-Vertreter kostenlos – eine Spende dürfen Sie aber gerne mitgeben, die wird in der Regel für einen guten Zweck verwendet.

Wenn Sie selbst an einer ehrenamtlichen Aufgabe interessiert sind, die Klein und Groß Freude bereitet und auf wenige Tage im Jahr begrenzt ist – melden Sie sich doch beim örtlichen Pfarramt, bei Erziehern der ortansässigen Kindergärten oder den Seniorenheimen vor Ort. Ein Nikolaus ist sicher überall willkommen.

Ein wenig vorbereiten sollten Sie sich allerdings schon, wenn Sie einen guten Nikolaus abgeben möchten. Dazu müssen Sie natürlich wissen, was ihn ausmacht.

Wie erkenne ich den echten Nikolaus?

Der „echte“ Nikolaus hat ein würdevolles Auftreten – schließlich ist er ein waschechter Bischof.
Er liest den Kindern die Geschichte vom Bischof Nikolaus vor oder eine andere, die vom Teilen handelt.
Er trägt eine Mitra (traditionelle Kopfbedeckung der Bischöfe), einen Bischofsstab und ein Bischofsgewand.
Der „echte“ Nikolaus begrüßt Sie nicht mit „Ho, Ho, Ho!“.
Ein Nikolaus schimpft die Kinder nicht. Er ist ein Freund der Kinder, der sie gerne beschenkt – einfach so, nicht weil sie etwas besonders toll gemacht haben oder weil sie besonders brav waren.

Das Nikolauspostamt

Ja, der Nikolaus hat sein eigenes Postamt – natürlich in St. Nikolaus, einer Gemeinde im Saarland ganz in der Nähe der französischen Grenze. Jedes Kind kann einen Brief an dieses besondere Postamt senden, der dann zwischen dem 5. Dezember und dem 24. Dezember vom Nikolaus und seinen ehrenamtlichen Helfern beantwortet wird.

Seit 1966 gehen dort jedes Jahr tausende Briefe von Kindern aus ganz Deutschland ein. Selbstgemalte Bilder sind genauso darunter, wie Wunschzettel und Briefe mit Sorgen und Nöten der Kinder. Wer in der Nähe des besonderen Postamtes wohnt, kann den Nikolaus bei Tee, Kaffee und Kakao sogar persönlich besuchen.

Senden Sie den Brief an den Nikolaus an die folgende Adresse:

An den Nikolaus
66351 St. Nikolaus

Und vergessen Sie den Absender nicht, sonst kann Ihnen der Nikolaus nicht antworten.Wir wünschen Ihnen einen schönen Nikolaustag – vielleicht gehören Sie ja im nächsten Jahr auch zu den bärtigen Männern im roten Gewand!

Wie haben Sie den Nikolaustag als Kind erlebt? Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!

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Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung und Studium.


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