Ab dem 1. Januar 2027 wird in Deutschland ein weiterer eigenständiger Gesundheitsfachberuf mit bundesweit einheitlichen Standards eingeführt: die Pflegefachassistenz. Die Ausbildung dazu bildet eine grundlegende Basis für alle Bereiche der Pflege – ob in Pflegeheimen, Pflegediensten oder Kliniken.
Zuvor gab es in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Ausbildungen für die Pflegehilfe und Pflegeassistenz – nun werden diese vereinheitlicht, was eine bundesweite Anerkennung des Berufsabschlusses möglich macht.
Welche vielversprechenden Zukunftsaussichten du mit diesem Berufsabschluss hast, erläutern wir weiter unten. Vorher erklären wir, was die Inhalte der neuen Ausbildung sind und was du brauchst, um dich dafür zu bewerben.
Was ist neu an der Ausbildung – und warum?
Wie das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren und Jugend schreibt, soll mit der neuen Ausbildung „die Attraktivität des Berufs gesteigert werden, um mehr Interessentinnen und Interessenten für die Ausbildung zu gewinnen.“ So kann einerseits dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Andererseits wird bestehendes Pflegepersonal entlastet, denn Aufgaben, die bisher von Pflegefachpersonen durchgeführt werden, können künftig teilweise von Pflegefachassistenzpersonen übernommen werden.
Das Besondere an der neuen Pflegefachassistenz-Ausbildung ist nicht nur die bundesweite Einheitlichkeit – es gibt noch zwei weitere Punkte, die sie attraktiv machen: Erstens bekommen die Auszubildenden während der gesamten Ausbildungsdauer eine angemessene Entlohnung. Zweitens sind die Zugangsvoraussetzungen so offen gestaltet, dass Menschen mit verschiedensten Bildungshintergründen an der Ausbildung teilnehmen können.
Wie sah es vorher aus?
Bisher gab es in den Bundesländern 27 unterschiedliche Ausbildungswege. Das spiegelte sich auch in den Ausbildungen an der Euro Akademie wider: In Thüringen nannte sich die Ausbildung Altenpflegehilfe, in Sachsen Krankenpflegehilfe und in Sachsen-Anhalt Pflegehilfe. In Berlin hieß die Ausbildung bereits Pflegefachassistenz, war jedoch noch nicht vereinheitlicht.
Dieser „Länder-Flickenteppich“, wie es der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe nennt, soll nun beendet werden. Als Übergang können landesrechtliche Pflegefachassistenz-Ausbildungen noch bis zum 31. Dezember 2027 begonnen und bis Ende 2030 abgeschlossen werden. An den Euro Akademien werden die genannten Ausbildungen bereits ab September 2027 durch die neue bundesweit einheitliche Ausbildung ersetzt.
Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es?
Eine Besonderheit der neuen Pflegefachassistenz-Ausbildung sind die vielfältigen Zugangsvoraussetzungen. Wenn du Pflegefachassistent*in werden möchtest, kannst du weiterhin den klassischen Weg über einen Hauptschulabschluss beziehungsweise einen gleichwertigen Schulabschluss gehen. Auch mit einer bereits erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung kannst du teilnehmen. Wenn du schon Berufserfahrung in der Pflege hast oder eine Ausbildung bereits zum Teil absolviert hast, gibt es Optionen für verkürzte Ausbildungszeiten, Vorbereitungskurse und Externenprüfungen.
Zudem gibt es einen weiteren Weg in die Ausbildung: Auch ohne einen Schulabschluss ist die Teilnahme möglich, wenn die Pflegeschule auf Basis individueller Kompetenzen, persönlicher Eignung und erkennbarer Entwicklungspotenziale zuversichtlich ist, dass der*die Bewerber*in die Ausbildung erfolgreich bestehen kann.
Was lernt man in der Ausbildung?
Während der Ausbildung zur Pflegefachassistenz durchläufst du Pflichteinsätze in drei großen Bereichen: der stationären Langzeitpflege (z.B. im Pflegeheim), der ambulanten Langzeitpflege (z.B. im ambulanten Pflegedienst) und der stationären Akutpflege (z.B. im Krankenhaus). Hinzukommen können weitere Einsatzbereiche wie etwa die Arbeit im Hospiz oder mit älteren Menschen mit psychischen Erkrankungen (Gerontopsychiatrie).
Die Berufspraxis steht im Mittelpunkt der Ausbildung. So umfasst der praktische Teil mit den Pflichteinsätzen in der Vollzeitausbildung 1.280 Stunden, während der theoretische und praktische Unterricht an der Pflegeschule 1.050 Stunden umfasst.
Durch die Kombination von Praxis und Theorie wirst du umfassend auf alle Aspekte der pflegerischen Arbeit vorbereitet. Als Pflegefachassistent*in bist du maßgeblich daran beteiligt, Menschen zu mehr Lebensqualität zu verhelfen und sie in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Dazu gehört eine breite Palette an Tätigkeiten:
• Gesundheit und Prävention fördern
• Professionell kommunizieren und Beziehungen gestalten
• Hygiene- und Qualitätsstandards sicher anwenden
• Pflegerische Maßnahmen in verschiedenen Settings durchführen
• Bei Diagnostik und Therapie mitwirken
• Pflegeprozesse beobachten und mitgestalten
• Pflegeprozesse dokumentieren (mittels digitaler Systeme)
• In Teams mit Menschen aus verschiedenen Gesundheitsberufen arbeiten
• Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen beachten
Ausbildungsdauer und Prüfung
In Vollzeit dauert die Pflegefachassistenz-Ausbildung 18 Monate, also eineinhalb Jahre. In Teilzeit kann sie bis zu 36 Monate, also drei Jahre dauern. Wie oben angedeutet, ist mit den entsprechenden Voraussetzungen auch eine verkürzte Ausbildung von 12 Monaten möglich.
Den Abschluss der Ausbildung bildet eine staatliche Prüfung mit einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Wenn du bereits in der Pflege arbeitest oder pflegerische Erfahrungen hast, kannst du deinen staatlichen Abschluss auch über Vorbereitungskurse und Externenprüfungen nachholen.
Zukunftsaussichten nach der Ausbildung
Der erfolgreiche Abschluss als Pflegefachassistent*in eröffnet dir vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten in so gut wie allen pflegerischen Bereichen: ob in Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten, Krankenhäusern oder Kliniken.
Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit kannst du nach der Ausbildung als Pflegefachassistent*in in Vollzeit durchschnittlich 3.596 € brutto im Monat verdienen.
Als Pflegefachassistent*in kannst du dich vielfältig weiterbilden und dich spezialisieren. Du kannst mehr Verantwortung übernehmen, indem du dich zum*r Praxisanleiter*in fortbilden lässt, um Auszubildende, Praktikant*innen und neue Mitarbeitende einarbeiten zu können.
Zudem kannst du dich weiterentwickeln, indem du eine Ausbildung zum*r Pflegefachfrau*mann anhängst – diese Ausbildung wurde bereits im Jahr 2020 generalisiert. Auch eine anschließende Ausbildung in der Heilerziehungspflege ist eine vielversprechende Perspektive.
Deine Vorteile der neuen Pflegeausbildung auf einen Blick
• Du erhältst eine angemessene Entlohnung für die gesamte Dauer deiner Ausbildung.
• Du kannst nach der Ausbildung deutschlandweit in allen Bereichen der Pflege arbeiten.
• Du hast auch ohne Schulabschluss die Möglichkeit, an der Ausbildung teilzunehmen.
• Du kannst dir bisherige Berufserfahrung in der Pflege staatlich anerkennen lassen.
• An der Euro Akademie ist die Ausbildung schulgeldfrei.
• An der Euro Akademie bekommst du zusätzlich einen Schülerausweis, der verschiedene Vergünstigungen beinhaltet.
Außerdem ist die Pflegefachassistenz mehr als nur ein Job: Indem du Menschen zu mehr Lebensqualität verhilfst, schenkst du Freude und tust täglich Gutes. Informiere dich jetzt über die neue Ausbildung an der Euro Akademie, bewirb dich und starte deine Karriere in einem aussichtsreichen und krisensicheren Berufsfeld!
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