Joggst du noch oder ploggst du schon? Trendsport mit Umweltbewusstsein

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Früher zog man seine Turnschuhe an, schmiss sich in den Trainingsanzug – und ging joggen. Doch wie kann man entspannt durch Wald, Flur und Park laufen, wenn man überall über leere Flaschen, Zigarettenkippen und Kaffeebecher stolpert? Die Lösung: Plogging statt Jogging! Das hilft der Umwelt und hält Sie fit.

„Ich geh mal zum Ploggen“ – für moderne Umweltaktivisten ist die Mischung aus Joggen und Müllsammeln schon lange kein Fremdwort mehr. Die Sportkleidung erweitert sich dann einfach um ein paar coole Handschuhe und einen schicken Müllsack. Außerdem können Sie Ihren Bewegungsradius dadurch erweitern, dass Sie Ihre Finger in Richtung Boden strecken oder in der Kniebeuge nach leeren Getränkedosen angeln, die andere Leute achtlos ins Grüne geschmissen haben.

Fit und sauber mit Plogging

Plogging vereint Umweltaktivismus mit der dringend nötigen Bewegung nach Arbeit oder Lernmarathon. Ab jetzt haben Sie gleich zwei Argumente, um Ihren inneren Schweinehund ins Abseits zu befördern: Sie laufen nämlich nicht mehr nur für sich selbst und Ihre Gesundheit, sondern auch für eine saubere Umgebung.

Der neue Trendsport kommt aus Schweden und wird aus zwei Wörtern zusammengesetzt: Joggen und plocka – das heißt auf Schwedisch sammeln. Die meisten Plogger sieht man in den Parks der Großstädte. Dort findet sich zum einen reichlich Müll – zum anderen gibt es dort genügend Gleichgesinnte, die mit Mülltüten bewaffnet die Parkwege stürmen.

Umweltaktivismus mit Workout-Charakter

Doch Sie sollten sich keinen Illusionen hingeben: Plogging ist eine anspruchsvolle Sache, die mit viel Idealismus betrieben werden muss. Haben Sie erstmal die Mülltüte in der Hand, wird Ihnen auffallen, dass Sie kaum drei Schritte tun können, ohne auf eine leere Verpackung zu stoßen. Wer also vom Jogger zum Plogger werden will, hat sich auf viele Müllhindernisse einzustellen. Dafür hat man aber am Ende gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: den Körper trainiert und die Umwelt gesäubert. Ein doppelt gutes Gefühl.

Zusammen ploggt man weniger allein

Plogger sieht man übrigens selten alleine. Das liegt daran, dass Sie in vielen großen Städten bestens über soziale Netzwerke wie Facebook organisiert sind. Dort verabreden sie sich regelmäßig zum sportlichen Müllsammeln. Wer sein schlechtes Gewissen noch weiter anstacheln will, schaut bei Instagram unter #plogging nach. Dort gibt es inzwischen weit über 60.000 Posts aus der ganzen Welt.

In Ihrer Stadt oder Ihrer Gemeinde gibt es noch keine Plogger-Gruppe? Gar kein Problem: die gründen Sie ganz einfach selbst! Und wenn wir alle kräftig mitmachen, wird aus dem Plogging irgendwann wieder Jogging.

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.