Selbstreflexion – wer sich selbst hinterfragt, kommt weiter

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„Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“ – dieses Sprichwort sagt alles. Nämlich, dass wir erkennen müssen, warum wir uns so verhalten, wie wir es tun. Nur wer sich selbst kennt, kann sein Verhalten realistisch beurteilen und es verbessern.

Wieso wird jemand in Stresssituationen cholerisch? Aus welchem Grund klappt die Kommunikation mit Freunden und Kollegen nicht so, wie man sich diese wünscht? Egal, ob im Berufsleben oder privat, wir stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen, die uns an unsere Grenzen bringen. In solchen Situationen übernehmen unsere Emotionen das Ruder – ob wir wollen oder nicht. Wenn wir uns und unser Verhalten bewusst reflektieren, können wir lernen, unsere Verhaltensmuster zu erkennen und die Dinge mit dem nötigen Abstand betrachten, um auch in Stresssituationen gelassen zu reagieren.

Das beste Rezept für Selbsterkenntnis: Zeit, Geduld und Ehrlichkeit

Selbstreflexion ist nichts, was Sie einmal kurz machen und dann ist alles gut. Das kritische Auseinandersetzen mit sich selbst braucht Geduld, Zeit und Ehrlichkeit. Dabei ist es wichtig, sich weder völlig auseinanderzunehmen, noch irgendetwas zu beschönigen. Und das ist gar nicht so einfach. Hier können Ihnen Menschen helfen, denen Sie vertrauen – bitten Sie diese, Sie in Bereichen, die Ihnen wichtig sind, einzuschätzen. Manchmal stimmen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung nicht überein. Mit der Meinung von Menschen aus Ihrem Umfeld bekommen Sie ein ehrlicheres und vollständigeres Bild von sich und können Ihre Selbsteinschätzung überdenken.

Wann ist Selbstreflexion besonders hilfreich?

Abgesehen davon, dass wir uns immer mal wieder fragen sollten, wo wir stehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind und was wir in unserem Leben verändern möchten, ist die Selbsterkenntnis in bestimmten Situationen besonders hilfreich und auch wichtig.

1. Beim Start in den Beruf

Die Wahl eines Berufes ist keine leichte Aufgabe. Wir erwarten zu Recht viel von unserer beruflichen Tätigkeit. Analysieren Sie, was Sie besonders gerne tun, was Sie motiviert und wo Ihre Talente schlummern. Welche persönlichen Eigenschaften zeichnen Sie aus? Wie gehen Sie an Aufgaben heran? Besonders hilfreich, um einen geeigneten Beruf zu finden, sind auch Berufsberatungen, Praktika und Messebesuche.

2. Bei einer beruflichen Veränderung

Sie sind unzufrieden mit Ihrem derzeitigen Job? Fragen Sie sich, was Sie an Ihrer Arbeit stört und was Sie sich für Ihre neue Stelle wünschen. Finden Sie heraus, ob es um die Arbeitsbedingungen geht, um die Art der Tätigkeit oder um bestimmte Aufgabenbereiche, in denen Sie sich nicht wohlfühlen oder die sie ausbauen möchten. Vom Wechsel der Abteilung innerhalb eines Unternehmens bis hin zu einer neuen Ausbildung oder eines Studiums ist alles möglich.

3. Vor einem Bewerbungsgespräch

Im Bewerbungsgespräch müssen Sie auf eine Menge Fragen zu Ihrer Persönlichkeit spontan eine Antwort parat haben. Hier werden Sie nach Ihren Stärken und Ihren Schwächen gefragt. Außerdem wollen Personalentscheider wissen, was Sie sich von der Stelle erwarten und warum gerade Sie besonders gut zum Unternehmen passen. Mit einer gründlichen Selbstreflexion beantworten Sie die Fragen mit Leichtigkeit. Die Checkliste zur „Standortbestimmung“ auf jobagent.ch hilft Ihnen auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

Selbstreflexion kann man üben

Gerade in stressigen Situationen oder bei Konflikten neigen wir dazu, besonders impulsiv zu handeln. Unsere Emotionen übernehmen das Ruder und wir reagieren so, wie wir es eigentlich nicht wollen. Wir brauchen einiges an Übung, um in herausfordernden Situationen reflektiert handeln zu können. Folgende, regelmäßig durchgeführte, Übungen können dabei helfen, unser Verhalten zu verändern:

1. Entspannen

Nehmen Sie sich Zeit nur für sich. Regelmäßiges Yoga, Meditationen oder Spaziergänge in der Natur helfen, zu sich selbst zu kommen und wirken so bei der Selbstreflexion unterstützend.

2. Den Tag Revue passieren lassen

Lassen Sie sich vor dem Einschlafen den Tag noch einmal durch den Kopf gehen. Was ist positiv gelaufen? In welchen Situationen haben Sie nicht so reagiert, wie Sie es gerne möchten? Was genau möchten Sie an Ihrem Verhalten ändern? Betreiben Sie auch Ursachenforschung: Woran könnte es liegen, dass Sie in bestimmten Situationen aus Ihrer Sicht nicht zufriedenstellend reagieren?

3. Gedanken aufschreiben

Führen Sie Tagebuch. Keine Angst, Sie brauchen keinen Roman zu schreiben. Notieren Sie schriftlich, welche Dinge Sie gerade beschäftigen, welche Veränderungen Sie sich wünschen und wie Sie diese erreichen können. Damit Sie nicht vergessen, die Aufzeichnungen zu machen, planen Sie eine feste Zeit am Tag dafür ein.

 

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Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.


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