Stay at home: Soulfood – Genuss für Leib und Seele

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Auch wenn Cafés und Restaurants gerade für einen Monat und länger geschlossen sind, müssen Sie mit unseren Ernährungstipps und Rezeptvorschlägen nicht zu Tiefkühlpizza oder Tütensuppe greifen. Mit saisonalem Gemüse lassen sich farbenfrohe und schmackhafte Gerichte zaubern, die allein schon beim Zubereiten die Laune heben.

Gerade jetzt, wo die Tage dunkler werden und unser Körper aufgrund des Lichtmangels weniger Vitamin D produziert, ist es wichtig, diesen Mangel durch eine gesunde Ernährung möglichst auszugleichen. Wir sollten darauf achten, unserem Körper ausreichend Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zuzuführen. Und der Kälte (die in diesem Jahr wohl etwas später kommt) bieten wir einfach mit einem heißen Kakao oder einem leckeren Gewürztee Paroli. Denn alles, was von innen wärmt, ist auch gut für die Seele – und hilft uns in der Corona-Zeit über die fehlenden sozialen Kontakte hinweg.

Saisonal? Phänomenal!

Zwar suggerieren uns die Obst- und Gemüseabteilungen der Supermärkte, dass wir zu jeder Zeit im Jahr alles essen können, worauf wir gerade Lust haben. Rosenkohl im Mai? Erdbeeren im Januar? Trauben im Dezember? Alles kein Problem, alles verfügbar! Leider leben wir in der heutigen westlichen Gesellschaft kaum noch im Einklang mit den Jahreszeiten.

In den Alpenregionen hingegen fällt auf, dass in den Gasthäusern im Winter statt eines bunten Salats mit Tomaten und Gurken häufig Krautsalat als Beilage serviert wird. Weißkohl gilt als Vitamin C-Bombe und bietet sich in den Herbst- und Wintermonaten an – wie auch die übrigen Kohlarten: Grünkohl, Rotkohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl und Kohlrabi. Daraus lassen sich deftige Gerichte mit Fleisch zubereiten. Etwa Grünkohl mit Kasseler und Pinkel, das in Norddeutschland traditionell im Zusammenhang mit den sogenannten „Kohlfahrten“ gegessen wird. Dass dafür ein Kreis an Freund*innen zusammenkommt und es gesellig und feucht-fröhlich zugeht, dürfte zusätzlich gegen den Winterblues helfen. In Pandemie-Zeiten müssen wir auf dieses Zusammentreffen leider vorerst verzichten.

Natürlich gibt es auch viele fleischlose Rezepte mit Kohlgemüse. Besonders exotisch klingt beispielsweise das Rezept der „Brokkoli-Portobello-Pfanne auf Hummus mit Aprikosensalat“, das man auf dem internationalen Kochportal „Kitchen Stories“ findet. Anfang 2014 von zwei BWL-Studentinnen als Koch-App entwickelt, die Essensliebhaber*innen auf der ganzen Welt vernetzen sollte, hat sich das Unternehmen seither erfolgreich vergrößert. Mittlerweile gibt es sogar ein gedrucktes Kochbuch mit dem Titel „Anyone can cook“ – wenn das mal kein Versprechen ist!

Die Seele isst mit

Was sich im Herbst und Winter auch noch als Leib- und Seelenwärmer anbietet sind Suppen. Dazu eignet sich das beliebte Herbstgemüse Kürbis in allen seinen Varianten. Oder Maronen, die man selbst in den bunt gefärbten Wäldern sammeln kann. Schnell zubereitet ist außerdem Ofengemüse aus Kürbis oder Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken, Süßkartoffeln oder Rote Beete: Geschält, in Würfel oder Streifen geschnitten, Gewürze drüber und für 45 Minuten in den Ofen geschoben, für die letzten fünf Minuten noch Honig zum Karamellisieren darauf verteilen, wer mag, kann noch Fetawürfel hinzufügen – fertig ist die ideale Wintermahlzeit.

Kartoffelbrei ist das Soulfood schlechthin. Er erinnert an die Kindheit, lässt sich auf dem Sofa aus einer Schüssel löffeln und wärmt von innen. Die Fettlieferanten Butter und Milch sorgen zusammen mit einem Hauch frisch geriebenem Muskat für ein besonderes Geschmackserlebnis. Wem Kartoffelbrei pur zu fade ist, kann anderes Gemüse beim Kochen der Kartoffeln hinzufügen. Wie wäre es mit Karotten, Rosenkohl oder Süßkartoffeln? Diese geben dem Püree einen extra Kick.

Indisch inspirierte Currys sind aus der britischen Küche nicht mehr wegzudenken. Und auch bei uns werden Currygerichte aufgrund ihres bunten Potpourris an Gewürzen wie Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel und Co. immer beliebter. Hinzu kommt natürlich auch die Tatsache, dass sich Currys vielfältig zubereiten lassen – vom klassischen Chicken Tikka Masala (was auf Deutsch nichts anderes heißt als „Hühnchen Stückchen gewürzt“) bis hin zu vegetarischen und veganen Varianten.

Fit durch die kalte Jahreszeit

Das Allheilmittel bei Erkältung und Co. ist bekanntermaßen die Hühnersuppe. Sie enthält den Eiweißstoff Cystein, der entzündungshemmend wirkt. Weiterhin werden bestimmte weiße Blutkörperchen, sogenannte Neutrophile, blockiert, die für Entzündungsprozesse mitverantwortlich sind. Mit Ingwer können Sie die Hühnersuppe nicht nur geschmacklich auf ein anderes Niveau heben, sondern auch die Wirksamkeit gegen Entzündungen erhöhen. Der Ingwerwurzel wird eine chemische Struktur nachgesagt, die der von Aspirin ähnelt.

Wenn wir von Hühnersuppe reden, ist auch der Linseneintopf thematisch nicht weit entfernt. Auch er ist ein beliebtes Gericht im Herbst und Winter – und zwar nicht nur im Schwabenländle in Verbindung mit Spätzle. Dank der in den Hülsenfrüchten enthaltenen Saponine ist auch dieses Gericht ein Immunbooster. Die im Wasser schäumenden Saponine können Bakterien, Pilze und Entzündungen hemmen, verflüssigen Bronchialschleim und wirken sich positiv auf den Magen-Darm-Trakt aus.

Als Vitamin D-Quelle eignen sich Zitrusfrüchte, Feldsalat und Sanddorn. Ein Rohkostsalat aus geriebenen Äpfeln, Karotten und zerkleinerten Walnüssen lässt sich gut mit etwas frisch gepresstem Zitronensaft verfeinern und ist so gleichzeitig Lieferant für die Vitamine A, C und E. Zudem enthalten Nüsse nicht nur Omega-3 Fettsäuren, sondern auch das Eiweiß Tryptophan, den Gegenspieler des Schlafhormons Melatonin. Dieses hilft uns dabei, nicht in einen Winterschlaf zu verfallen.

Süßes, aber bitte gesund

Das Überangebot an Weihnachtsnaschereien in den Läden ist verlockend. Während zu den Zeiten unserer Großeltern in der Adventszeit Plätzchen gebacken wurden, die man dann versteckte und erst an den Feiertagen wieder hervorholte, lachen uns heutzutage schon seit Mitte September Dominosteine und Spekulatius aus den Regalen an. Da ist es verständlicherweise schwer, zu widerstehen. Aber sicher erleichtern leckere Alternativen die gesündere Wahl: Wie wäre es zum Beispiel mal mit Trockenfrüchten wie Pflaumen oder Datteln als süße Leckerei? Oder einem aufwändig gefüllten Bratapfel aus dem Ofen?

Und wenn selbst das nicht gegen Ihren Winterblues hilft, hätten wir hier noch ein paar andere Vorschläge, wie Sie mit einem guten Gefühl durch die Winterzeit kommen.

Bildquelle Beitragsbild: © Sea Wave / shutterstock.com

Autor

Seit August 2019 schreibt Nadine Elbert hier im Wechsel über Themen aus den Bereichen Ausbildung, Studium und Beruf – und schöpft dabei auch aus ihrem reichhaltigen persönlichen Erfahrungsschatz.