Verdacht auf Schlaganfall? So handeln Sie richtig!

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Nicht nur Auszubildende in Pflegefachberufen und therapeutischen Berufen sollten unbedingt wissen, wie sie einen Schlaganfall erkennen und was sie bei Verdacht sofort zu tun haben. Leider ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Rund 200.000 Menschen im Jahr sind betroffen, jeder fünfte stirbt innerhalb weniger Tage. Schnelles Handeln kann hier Leben retten. Betroffen sind übrigens nicht nur ältere Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Arteriosklerose.

Ein ganz entscheidender Faktor für das Überleben im Falle eines Schlaganfalls ist schnelles Handeln. Wir sagen Ihnen, welche Symptome auf einen Apoplex (Schlaganfall in Medizinersprache) hinweisen und mit welchen Tests Sie ganz schnell prüfen können, ob es sich um einen Durchblutungsstörung im Gehirn handeln könnte.

Was passiert eigentlich bei einem Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall ist die Durchblutung einer bestimmten Hirnregion gestört. Ursache kann entweder der Verschluss eines Blutgefäßes oder eine Blutung im Gehirn sein. Die Folge: Die betroffenen Gehirnanteile sind in ihrer Funktion gestört. Das äußert sich beispielsweise in Lähmungserscheinungen der rechten oder linken Körperhälfte, Unsicherheiten beim Gehen, Sprachstörungen oder Sehbeeinträchtigungen. Nicht immer ist der Schlaganfall auf einen Blick erkennbar. Bei leichteren Formen können auch nur milde Funktionsstörungen auftreten. Damit Sie und vor allem der*die Patientin keine Zeit verlieren, wählen Sie bei Verdacht auf jeden Fall die 112.

Wichtige Tests, die Sie schnell durchführen können:

  • Lassen Sie den*die Betroffene*n lächeln – bleibt der Mundwinkel auf einer Seite unten, deutet das auf eine halbseitige Lähmung hin.
  • Bitten Sie den Betroffenen oder die Betroffene, beide Arme gerade nach vorne zu strecken und anzuheben, die Handflächen werden dabei nach oben gedreht. Sinkt ein Arm deutlich ab oder dreht sich, ist eine Halbseitenlähmung wahrscheinlich.
  • Sprechen Sie einen einfachen Satz und lassen Sie diesen nachsprechen. Falls der Satz nicht oder nur verwaschen gesprochen werden kann, ist das ein weiterer Verdachtsmoment, der auf einen Schlaganfall hindeutet.
  • Auch wenn nur einer der oben genannten Punkte zutrifft, wählen Sie sofort die 112 und beschreiben Sie die Symptome der*des Betroffenen. Selbst wenn keines der Krankheitszeichen zutrifft, Sie aber trotzdem ein ungutes Gefühl haben, sollten Sie direkt medizinische Hilfe anfordern. Hier gilt: Lieber einmal zu oft den Notarzt gerufen, als eine Erkrankung mit vielleicht schlimmen Folgen übersehen.

Auf der Seite der Schlaganfallhilfe gibt es fachkundige Beiträge und ein breites Wissen rund um den Schlaganfall.

Warum ist schnelles Handeln so wichtig?

Bei einem Hirninfarkt handelt es sich um eine akute Durchblutungsstörung im Gehirn. Die betroffenen Regionen werden gar nicht oder nur noch unzureichend mit Blut versorgt. Wird dieser Zustand nicht innerhalb von etwa 4 Stunden behandelt, sinken die Chancen auf eine Wiederherstellung der beeinträchtigten Körperfunktionen erheblich. Derdie Patientin bekommt Infusionen oder das Blutgerinnsel wird mit einem Katheter, der in das Gefäß eingeführt wird, entfernt.

Die Ursachen des Schlaganfalls

Ursache für einen Schlaganfall ist immer eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Entweder durch einen Gefäßverschluss (in über 80 Prozent der Fälle) oder durch eine Blutung im Gehirn verursacht.

Aber wie kommt es zum Beispiel dazu, dass ein Gefäß im Gehirn plötzlich verstopft ist – jemand also einen „Hirninfarkt“ erleidet? Im Laufe unseres Lebens lagern sich verschiedene Partikel an den Gefäßinnenwänden wie Cholesterin, Blutbestandteile oder Bindegewebe ab. Die Folge: Das Gefäß ist weniger elastisch, nicht mehr so glatt und der Durchmesser verringert sich. Ein Infarkt kommt dann zustande, wenn eine Arterie im Gehirn durch die Ablagerungen völlig verschlossen wird oder wenn sich ein Blutgerinnsel an einer anderen Stelle im Körper löst und im Gehirn eine Embolie verursacht. Je nachdem, an welcher Stelle des Gehirns das passiert, treten Ausfallerscheinungen und Lähmungen an der rechten oder linken Körperhälfte ein.

Die Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Ein besonders hohes Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, haben Menschen, bei denen in der engeren Verwandtschaft bereits ein Apoplex aufgetreten ist. Über die Hälfte der akuten Durchblutungsstörungen im Gehirn treten bei Menschen über 75 Jahren auf. Außerdem erhöhen Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes mellitus, Störungen der Blutgerinnung, Herzfehler, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, andauernder Stress und Bewegungsmangel das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine entspannte Haltung zum Leben sind im Umkehrschluss wohl der beste Schutz vor einem Schlaganfall.

Behandlungsmöglichkeiten

Nach einem Schlaganfall steht die Welt erstmal Kopf. Zumindest, wenn körperliche Einschränkungen geblieben sind. Mit einer konsequenten und frühen Physiotherapie, ergotherapeutischen Übungen für den Alltag und einer logopädischen Behandlung bei Sprachstörungen können große Behandlungserfolge erzielt werden.

Bildquelle Beitragsbild: © peterschreiber.media/ shutterstock.com

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.