Virtuelles Lernen in der Gruppe

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Wer eine Ausbildung oder ein Studium absolviert, weiß, wie wertvoll das gemeinsame Lernen mit Mitschüler*innen oder Kommiliton*innen sein kann. Statt im eigenen Saft zu kochen, tauscht man sich mit Gleichgesinnten aus und kommt oft viel eher auf einen grünen Zweig als alleine. Wenn die Lernenden weit auseinander wohnen oder eine Pandemie persönliche Treffen nicht erlaubt, ist das gemeinsame Pauken in der WG nicht möglich. Doch auch mit den geeigneten Online-Tools und der richtigen Organisation ist eine Lerngruppe eine feine Sache.

Natürlich gelten für eine virtuelle Lerngruppe ähnliche Regeln wie für eine Lerngemeinschaft im realen Raum. Es versteht sich von selbst, dass alle gut vorbereitet zur Lernsession kommen, um offene Fragen zu klären oder beim Sprechen über den Stoff Wissenslücken aufzuspüren. Probieren Sie es einmal aus: Jede*r der Lerngruppe bekommt einen Teil des Lernstoffs zugeteilt und muss diesen den anderen beim nächsten Online-Treffen erklären. Dabei wird sehr schnell klar, an welchen Stellen sich noch schwarze Wissenslöcher tummeln.

Außerdem ist es sinnvoll, einen regelmäßigen Termin für das gemeinsame Lernen festzulegen. Dann hat auch jede*r Zeit und kann seine anderen Vorhaben drumherum legen. In den heißen Phasen vor Prüfungen sollte die Frequenz der Treffen natürlich höher sein. Da gibt’s ja dann gleich mehrere Fächer gleichzeitig zu bewältigen. Zeitdruck hilft zwar beim letzten Schliff – zehn volle Ordner in fünf Tagen werden Sie aber bestimmt nicht schaffen.

Virtuelles Lernen in der Gruppe

Um sich überhaupt auf dem Laufenden zu halten und Termine schnell abzusprechen, nutzen wir im Alltag sowieso schon Messenger-Dienste wie WhatsApp, Facebook oder Telegram. Die Nutzung ist unkompliziert, Apps können in Windeseile mal schnell auf dem Smartphone installiert werden.
Für die Umsetzung der virtuellen Treffen bieten sich mehrere Tools an. Am besten funktioniert der virtuelle Austausch, wenn Sie neben Chat-, Audio- und Videofunktionen auch noch Dateien teilen können. Inzwischen gibt es so einige Online-Tools, die eine Zusammenarbeit online ermöglichen: Von Skype, Microsoft Teams und Zoom hat wohl jede*r schonmal was gehört.

Skype – kostenlose Chats, Audio- und Videokonferenzen

Der Vorteil von Skype ist eindeutig die Kostenfreiheit. Skype funktioniert mobil und auf dem Desktop zu Hause. Die Bedienung des Chats, der Audio- und Videotelefonie ist einfach, Präsentationen und Dokumente können unkompliziert geteilt werden. Der Datenschutz ist bei Skype allerdings umstritten.

Microsoft Teams – umfangreich und kostenpflichtig

Microsoft-Teams ist inzwischen eine der gängigsten und umfangreichsten Anwendungen, die meistens von Unternehmen eingesetzt wird. Bei diesem Dienst ist jede Lizenz kostenpflichtig. Das günstigste Paket kostet pro Benutzer*in 4,20 pro Monat. Das kann sich lohnen, falls Sie die Software regelmäßig einsetzen, gemeinsam an Dokumenten arbeiten möchten und Sie auch größere Dateien austauschen wollen. Auch bei diesem Dienst ist das Teilen des Bildschirms für eine Präsentation möglich. Skype ist übrigens auch in der Anwendung enthalten.

Zoom – praktisches Whiteboard, bis 40 Minuten frei

Die Nutzung des Kommunikationsdienstes Zoom ist kostenfrei, solange Sie sich an ein vorgegebenes Zeitlimit halten. Bis zu etwa 40 Minuten können Sie sich hier besprechen, falls Sie längere Meetings planen, müssen Sie auch bei Zoom dafür zahlen. Das digitale Whiteboard ist ein besonderes Schmankerl des Dienstes. Größere Konferenzen mit vielen Teilnehmer*innen sind hier ein besonderes Plus.

Gruppengröße, Motivation und Spaß

Egal welches Tool Sie für Ihre virtuelle Lerngruppe nutzen, wenn Sie Themen intensiv durchpflügen wollen, ist eine Anzahl von 4 bis 5 Mitgliedern empfehlenswert. Zu große Gemeinschaften machen Absprachen oft zu kompliziert, bei ganz kleinen Gruppen ist der Austausch meist nicht so vielfältig und fruchtbar. Letzten Endes hängt die Größe der Paukgemeinschaft aber auch immer damit zusammen, welche Mitschüler*innen oder Kommiliton*innen gut miteinander können – und das ist nun mal nicht beeinflussbar.

Auf jeden Fall haben Sie mit einer Lerngruppe immer eine Kontrollinstanz im Rücken, die Ihnen Beine macht, wenn Sie Ihre Inhalte nicht erarbeiten, und Motivator*innen an der Seite, die Sie am Ball bleiben lassen.

Das besonders Tolle an Lerngruppen sind natürlich die Pausen – gemeinsam auf einer Decke im Park, mit einem leckeren Eis in der Tüte um den Block oder beim Schlemmen einer leckeren, fettigen Pizza vom Lieferservice um die Ecke. Wir freuen uns auf die Zeit, in der das alles wieder möglich sein wird!

Bildquelle Beitragsbild: © Inside Creative House /shutterstock.com

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.