Weltfrauentag 2018: Frauen im Beruf – Fakten und Wünsche

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Am 8. März ist Weltfrauentag. In vielen Ländern ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen noch immer in weiter Ferne. Wie sieht es eigentlich in Deutschland aus, wenn es um Ausbildung und Beruf geht?

Jungen Frauen stehen in Deutschland heute alle Wege offen. Sie absolvieren die Ausbildung, die sie sich wünschen, studieren, was sie interessiert und formulieren ihre beruflichen Ziele immer öfter frei von Geschlechterklischees. Ist Gleichberechtigung in Deutschland dann überhaupt noch ein Thema? Die Frage ist mit einem schlichten „Ja“ zu beantworten.

Hohes Armutsrisiko, geringerer Verdienst

Das Armutsrisiko von Frauen stieg in den letzten 10 Jahren um etwa 50 Prozent. Der Verdienst männlicher Kollegen liegt immer noch um 16 Prozent höher – vor einigen Jahren waren es noch 25 Prozent.
Das Statistikportal Statista ermittelte 2016 den Stand der Führungskräfte in Deutschland: 22,5 Prozent der Chefpositionen wurden von einer Frau besetzt. Schlechter sieht es in den Vorstandsetagen aus – laut WSI, einem Forschungsinstitut der Hans-Böckler-Stiftung, waren im selben Jahr nur etwa sieben Prozent aller Vorstandsmitglieder der 160 größten deutschen börsennotierten Unternehmen weiblich.

Wirtschaftlich unabhängig und gebildet

Doch es bewegt sich was, in der beruflichen Landschaft. Junge Frauen sind gebildeter denn je. Rund dreiviertel der Frauen sind wirtschaftlich unabhängig – mehr als je zuvor. Der Frauenanteil der Studienanfänger lag laut statistischem Bundesamt 2016 bei 50,5 Prozent.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrifft Frauen und Männer

Das Thema Gleichberechtigung kann aber nur vollständig betrachtet werden, wenn man berufliche und familiäre Strukturen berücksichtigt. Die meisten Eltern möchten ihre Kinder nicht 50 Stunden in der Woche in eine Einrichtung geben. Noch immer sind es dann die Frauen, die den weitaus größten Teil der Kinderbetreuung übernehmen. Dabei wünschen sich auch die Männer, mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen zu dürfen.
Längere Elternzeiten der Väter sind in vielen Unternehmen allerdings nicht gern gesehen. Außerdem verdienen die meisten Männer eben immer noch mehr als ihre Frauen – was zur Entscheidung, wer ohne Unterbrechung im Beruf bleibt, erheblich beiträgt. Eine Lösung könnte die Einführung einer „Familienarbeitszeit“ für Eltern sein. Beide Elternteile arbeiten, solange die Kinder Betreuung benötigen, in Teilzeit und teilen so Sorgearbeit und Erwerbsarbeit fair untereinander auf.

Studie „Was junge Frauen wollen“

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat 2016 die Studie „Was junge Frauen wollen“ herausgegeben, die sich mit den Wünschen von jungen Frauen zwischen 18 und 40 Jahren beschäftigt: „Eine partnerschaftlichere Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern scheint der zentrale Ansatzpunkt zu sein. Auch die vorliegende Studie zeigt: Junge Frauen ab 30 Jahren favorisieren mehrheitlich eine Arbeitszeit zwischen 30 und 35 Wochenstunden. Instrumente wie die von Familienministerin Manuela Schwesig vorgeschlagene Familienarbeitszeit schließen genau hier an und können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die für viele im Alltag drängende Zeitnot zu entschärfen.“

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Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.


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