Brettspiel & Co. – Spielerisch durch den Lockdown

0

Die Sportgruppe fällt aus, Lokale sind geschlossen, viele arbeiten im Homeoffice – die Gefahr, jetzt zu vereinsamen, ist groß. Bevor Sie nun aber allein zuhause Trübsal blasen, holen Sie doch Ihr liebstes Brettspiel raus und verbringen Sie eine schöne Zeit mit Familie und Freundinnen! Es sind schließlich nicht alle Kontakte untersagt.

Diesmal ist es ein „softer Lockdown“ und Deutschland darf auch ohne triftigen Grund das Haus verlassen. Sogar ein Treffen zwischen zwei Haushalten mit bis zu zehn Personen ist erlaubt. Dennoch sinkt die Stimmung bei vielen wieder in den Keller. Zum einen, weil allein das Vorhandensein von Beschränkungen – ob diese nun wirklich Auswirkungen auf den eigenen Lebensstil haben oder nicht – irgendwie beklemmend wirkt. Zum anderen, weil im November so mancher bereits mit Winterdepressionen zu kämpfen hat.

Und wir alle erinnern uns an das Frühjahr und das lästige Herumsitzen in der Wohnung. Langweilig, gestresst, genervt, ohne Ausgleich. Wie wird das erst in der düsteren Jahreszeit?

Lösungen müssen her! Statt gleich das Handtuch zu werfen, widmen Sie Ihre Freizeit doch mal Dingen, zu denen Sie sonst nicht kommen. Und wenn Ihnen Ihre Familie oder Mitbewohner*innen ständig auf den Keks gehen, holen Sie diese gleich mit ins Boot und spielen mal ein Brettspiel!

Der Klassiker: Brettspiel

Wenn ich das Wort Brettspiel höre, denke ich automatisch an eine staubige Schachtel ganz oben auf dem Schrank. Ich erinnere mich, wie ich bei „Mensch ärgere dich nicht“ oft geschmissen wurde, bei „Monopoly“ von meinem Bruder gnadenlos ausgenommen wurde und beim „Spiel des Wissens“ nichts gewusst habe. Erst nach kurzem Überlegen kommen lustige Runden „Backgammon“, „Rummykub“ und „Vier gewinnt“ ins Gedächtnis. Und schließlich tauchen vor meinem geistigen Auge wilde Partien „Risiko“, „Siedler von Catan“ und „Cluedo“ auf.

Es gibt unglaublich viele Spiele auf dem Markt und sie machen gemeinsam mit Familie oder im Freundeskreis jedes Mal riesigen Spaß. Leider kommen wir heute nicht mehr so oft dazu. Irgendwann in der Jugend wurde es uncool, verlagerte sich als Online-Game auf den Computer oder die Spielekonsole und verschwand irgendwie aus Mangel an Zeit.

Mit der momentan eher überschaubaren Bandbreite an gebotenen Freizeitaktivitäten wäre aber doch ein Brettspiele-Abend genau das Richtige – entweder mit der Familie oder Besucher*innen aus einem anderen Haushalt.

Strategie fürs Hirn

Grundsätzlich stellt sich bei der Auswahl des Spiels die Frage: Glück, Strategie, was zum Rätseln, mit viel Kommunikation, Karten oder was ganz anderes? Da man es nur schwer allen willigen Mitspieler*innen recht machen kann, muss man kompromissbereit sein. Aber je nach Spiel schaffen Sie auch mehrere Genres in einer Session.

Wenn es auch mal länger dauern darf und Sie gern Ihre grauen Zellen fordern, sind Sie ein strategischer Charakter. Vielleicht haben Sie schon viele Schachpartien hinter sich und denken mehrere Züge im Voraus. Das ist nicht nur super fürs Schulen des logischen Denkens, sondern bringt Ihrem Gehirn auch neue Wege bei. Die Synapsen müssen Ihre Gedanken in ungewohnte Bahnen lenken und verbinden sich bei regelmäßigem Spielen sogar neu. Dieses Denken in neue Richtungen ist gerade im Beruf Gold wert.

Paradies für Glückspilze

Strategiespiele können extrem anstrengend sein – vor allem wenn der Gegner zu hart ist. Dann geht der Spaß verloren und Sie sehnen sich nach Ihrem Single-Player-Computerspiel. Soziale Kontakte sind aber wichtig und machen glücklich, also geben Sie nicht gleich auf. Wählen Sie stattdessen einfach ein anderes Brettspiel: etwas, bei dem Glück eine wesentliche Rolle spielt.

Alles mit Würfel und viele Kartenspiele erfordern ein gewisses Quäntchen Glück, um zu gewinnen. Spiele mit reinen Zufallsentscheidungen sind gesellig und gehen oft munter zu, können aber schnell langweilig werden. Ein Brettspiel, das Strategie und Glück kombiniert, überzeugt in vielen Situationen die meisten Anwesenden und verspricht eine lustige Runde – ob Sie nun kämpfen, siedeln oder konstruieren.

Teamplay statt Konkurrenz

Was gibt es Nervigeres als ständig zu verlieren? Und dann noch mit schlechten Gewinner*innen, die Sie hämisch grinsend verspotten. Zusätzlich kann eine Spielgesellschaft anstrengend werden, wenn die Anwesenden sich im Wettstreit hochschaukeln. Wenn Sie davon die Nase voll haben, besorgen Sie sich schnell ein Koop-Spiel. Dort treten Sie als Team auf und nehmen es mit vorgegebenen Aufgaben oder Gegnern auf. Beispiele sind die momentan beliebten Exit-Games, bei denen zusammen mit Hilfe mehrerer Rätsel der Ausweg gefunden werden muss. Auch Andor, ein Königreich, das vor Eindringlingen beschützt werden will, erfordert einen gemeinsam geschmiedeten Plan.

Gerade dabei erlauben Ihnen die Teamkamerad*innen einen Blick in Ihre Denkweise. Das kann lehrreich für das nächste Strategiespiel sein, aber gibt ebenfalls Aufschluss über die Personen selbst.

Sicherheit vor der Ansteckung

Wer keine spielwilligen Mitbewohner*innen hat, sich in den Zeiten von Corona aber nicht unbedingt Haushaltsfremde einladen will oder zu weit von seiner Spielgemeinschaft weg wohnt, darf doch den Laptop wieder rausholen. Mit dem Tabletop Simulator können Sie sich online für ein Brettspiel treffen. Geredet wird über das Mikrofon. Der Spielefundus ist gigantisch und auch die Funktionen können sich sehen lassen: Mit ein bisschen technischem Verständnis haben Sie das Karten Verteilen, Würfeln und selbst das Tisch Umwerfen schnell raus.

Beitragsbild: shutterstock.com / Leszek Glasner

Autor

Katharina Boyens

Seit März 2016 wird das Redaktionsteam des Euro Akademie Magazins durch Katharina Boyens als Online-Redakteurin verstärkt. Die Germanistin und Anglistin informiert Sie regelmäßig mit Beiträgen in verschiedenen Rubriken.