Tag der Pflegenden: die Geschichte der Altenpflege

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Am 12. Mai 2020 gibt es gleich doppelten Grund zum Feiern: zum einen gedenken wir an diesem Internationalen Tag der Pflegenden allen Menschen in Pflegeberufen, dieses Jahr unter dem Motto „Die Welt GESUND pflegen“. Da sich an diesem Tag der Geburtstag der Pionierin der Krankenpflege, Florence Nightingale, zum 200. Mal jährt, hat die Weltgesundheitsorganisation auch das ganze Jahr 2020 zum weltweiten Jahr der professionell Pflegenden und Hebammen erklärt. Und wer konnte ahnen, wie sehr die Pflegkräfte durch das Coronavirus dieses Jahr im Mittelpunkt stehen?

Einen Blick in die Zukunft der Altenpflege haben wir schon gewagt, nun möchten wir in die Vergangenheit blicken: Seit wann gibt es dieses Berufsbild überhaupt und wie ist es entstanden?

Altenpflege war lange Zeit Familiensache

Bis in die 1950er-Jahre hinein war die Pflege älterer Angehöriger hauptsächlich Aufgabe der Familie. Oft lebten mehrere Generationen gemeinsam in einem Haus. Während die Großeltern bei der Kinderbetreuung halfen, kümmerten sich die jüngeren um die pflegebedürftigen älteren Familienmitglieder. Die Generationen waren also stark voneinander abhängig. Wer keine Familie hatte, musste in einem Alten- oder Siechenheim unterkommen. Doch hier waren die Zustände oft katastrophal: Die Pfleger*innen hatten selten eine fachliche Ausbildung und als in Folge des Zweiten Weltkriegs die Zahl der Pflegebedürftigen zunahm, reichten die Kapazitäten bald nicht mehr aus. Die Heime suchten dringend neue Mitarbeiterinnen – und ich schreibe hier bewusst Mitarbeiterinnen, denn die Pflegearbeit war damals ein reiner Frauenberuf. Schließlich waren – nach damaliger Ansicht – Frauen durch ihre „weiblichen Eigenschaften“ prädestiniert dafür, auch ohne Ausbildung alte Menschen zu pflegen.

Erst Ende der 1950er-Jahre begannen erste Einrichtungen, die Altenpflegerinnen in internen Schulungen fortzubilden. Da die Zahl der Heime immer weiter zunahm, wurde diese Idee aufgegriffen und die ersten Ausbildungsstätten entstanden. Eine offizielle, klar geregelte Ausbildung zum*r Altenpfleger*in gab es aber noch nicht. Diese entstand erst Ende der 1960er-Jahre. Am 10. Juli 1969 trat die bundesweit erste staatliche Ausbildungsordnung in der Altenpflege in Kraft und definierte damit erstmalig Dauer, Inhalte und Ziele der Ausbildung. Schon bald gab es diese Ausbildung in allen Bundesländern und der erste deutsche Berufsverband der Altenpfleger*innen (DBVA) entstand. Der Ausbildungsgang entwickelte sich schnell weiter und wurde mehrmals inhaltlich erweitert und zeitlich verlängert – in den 1980ern zunächst auf zwei, Mitte der 1990er dann auf drei Jahre.

Aus Altenpfleger*in wird Pflegefachmann*frau

Nicht nur die Ausbildungskonzept veränderte sich, auch der Beruf des*der Altenpfleger*in wurde immer wichtiger – und dadurch auch flexibler und moderner. Gepflegt wird heute nicht mehr nur in Altenheimen, sondern auch in Pflegeheimen, Tagesstätten oder ambulant zu Hause. Altenpflegekräfte sind auch nicht mehr bloß Pfleger*innen: sie pflegen, betreuen, aktivieren und fördern, sind verantwortlich für die Planung und Dokumentation der individuellen Pflege und die medizinische Grundversorgung der Senior*innen.
Um den verantwortungsvollen Berufen in der Pflege gerecht zu werden, gab es eine große Änderung in der Ausbildung der Pflegekräfte, auch in der Altenpflege: die generalistische Pflegeausbildung. Ab sofort werden die bisherigen drei Ausbildungen Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zu einem Beruf mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann zusammengefasst. Eine neue, moderne und flexible Ausbildung – die sie auch an vielen Standorten der Euro Akademie absolvieren können.

Werden Sie Teil der Geschichte – werden Sie an der Euro Akademie zum Pflegeprofi!

Bildquelle Beitragsbild: © wk1003mike/shutterstock.com

Autor

Anna Rüppel

Anna Rüppel ist mit 1,78 m die Größte, wenn es um Ausbildung und Beruf geht. Als Kind war sie kleiner.