Greta Thunberg und Co. – Jugendliche kämpfen gegen den Klimawandel

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Ich selbst bin ja leider nicht mehr ganz jugendlich. Als Twentysomething zähle ich nicht mehr zur Generation Z, die jetzt auf die Straße geht um für das Klima, den Planeten und ihre Zukunft zu kämpfen. Zu meiner Schulzeit war das noch anders: Von uns hat keiner für seine Ideale demonstriert. Aber gerade deshalb bin ich stolz auf die Jugendlichen, die sich etwas trauen, sich engagieren und wissen, was sie wollen. Allen voran natürlich Greta Thunberg. Sie ist zum Symbol für den Kampf gegen den Klimawandel und die Fridays for Future-Bewegung geworden. Doch Greta ist nicht die Einzige, die sich für unseren Planeten einsetzt. Viele andere Teenager kämpfen mit klugen Ideen und viel Elan für eine saubere Umwelt.

Die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg reist mit einem Segelboot nach New York zum Klimagipfel der Vereinten Nationen – und gleich schlägt ihr eine große Welle Hass entgegen. „Gretas Törn schädlicher als Flug“ verkündete die taz am 15. August und sofort waren sie alle dabei: Die großen Medien fanden immer mehr Kritikpunkte an der Aktivistin und die Kommentarspalten und Tweets füllten sich mit hasserfüllter Gehässigkeit. Tatsache! Greta Thunberg ist keine Heilige und keine Jugendliche wird alleine die Welt retten. Dass ein junges Mädchen aber auf unsere Fehler der letzten Jahrzehnte aufmerksam macht, scheint uns Erwachsenen ganz schön Angst zu machen. Am Ende müssten wir noch etwas ändern an unserem liebgewonnenen Luxus – nein, lieber beschimpfen wir eine 16-Jährige im Internet. Doch zum Glück ist Greta nicht allein. Teenager auf der ganzen Welt setzen sich mit Innovationen und Elan für unser Klima ein. Ein paar Beispiele gefällig? Auf die Gefahr hin, dass die Klimawandelleugner vor Angst nicht mehr schlafen können? Bitteschön!

Linus Steinmetz: Pressesprecher mit 15 Jahren

„Es liegt nun an uns, geeint gegen den Klimawandel zu kämpfen und das ist unsere Aufgabe als die Jugendlichen.“ Linus Steinmetz, einer der Sprecher von Fridays for Future, fand bei einer Pressekonferenz im April klare Worte. Trotz (oder wegen?) seiner 15 Jahre steht er mit Bestimmtheit, Ausdauer und Eloquenz hinter der Bewegung. Er kümmert sich um die Pressearbeit von FFF in Deutschland und vernetzt sich mit Klimaaktivisten in ganz Europa. Und Linus ist nicht allein: Hunderttausende Schüler gehen inzwischen bundesweit auf die Straße, um für eine effizientere Klimapolitik, den Kohleausstieg bis 2030 und die Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5° Celsius zu demonstrieren.

Fionn Ferreira: mit Magneten gegen Mikroplastik

Mikroplastik, das sind winzige Kunststoff-Teilchen, die inzwischen fast überall in der Natur vorkommen: in den Böden, im Regenwasser, in der Luft und natürlich in den Flüssen, Seen und Ozeanen. Und auch wir Menschen futtern kräftig Plastik – ungefähr eine Kreditkarte pro Woche. Kunststoffe zersetzen sich nur sehr langsam, der Abbau dauert 450-2000 Jahre. Das Problem wird also immer größer, denn in der Zwischenzeit produzieren wir ja immer mehr Plastik.

Hier kommt Fionn Ferreira ins Spiel. Der 18-Jährige hat eine Methode entwickelt, um Mikroplastik aus dem Wasser zu filtern. Und zwar mit einer magnetischen Flüssigkeit: Die stellt er selbst her, indem er magnetisches Pulver mit Pflanzenöl vermischt. Gibt man das Gemisch ins Wasser, verbindet es sich mit den Plastikpartikeln. Dann braucht man nur noch einen Magneten, um die Flüssigkeit, und damit auch das Mikroplastik, zu entfernen. Für seine Entdeckung hat Fionn den Hauptpreis der diesjährigen Google Science Fair gewonnen.

Luisa Neubauer: die deutsche Greta Thunberg?

Auch Luisa Neubauer ist Teil der deutschen Fridays for Future-Bewegung und in den letzten Monaten zum Gesicht des Protestes geworden – obwohl sie das eigentlich nicht wollte. Die 23-jährige Studentin betont, dass ein Personenkult bei FFF unerwünscht sei. Die mediale Präsenz von Luisa lässt sich wohl damit erklären, dass sie viel Erfahrung mitbringt: An ihrer ersten Demo nahm sie schon im Grundschulalter teil, danach engagierte sie sich über Jahre in verschiedenen Klimaschutzorganisationen, verfasste Gastbeiträge für renommierte Zeitungen und Magazine und war 2018 sogar deutsche Delegierte beim Weltjugendgipfel zum Treffen der G7. Auch Luisa hat mit viel Gegenwind und Hass zu kämpfen. Doch sie bleibt standhaft: „Wir müssen weg vom quantitativen Wachstum und Konsum, hin zu einem qualitativen Wachstum mit Glück, Freiheit und Liebe“. Das mag idealistisch sein. Aber vielleicht ist es gerade der jugendliche Idealismus, den wir brauchen, um wirklich etwas zu verändern.

Xiuhtezcatl Martinez: Klimaschützer, bevor es cool war

Xiuhtezcatl setzt sich schon seit seiner Kindheit für den Umweltschutz ein. Mit sechs Jahren hielt er seinen ersten öffentlichen Vortrag – seitdem hat auf der ganzen Welt über den Klimawandel gesprochen, 2015 sogar vor den Vereinten Nationen als jüngster Redner aller Zeiten. Nebenbei hat der 19-jährige US-Amerikaner ein Buch geschrieben, mehrere Hip-Hop-Songs veröffentlicht und ist Jugenddirektor der NGO „Earth Guardians“. Außerdem verklagte der junge Aktivist die US-Regierung: Weil die nicht genug gegen den Klimawandel unternehme, verstoße sie gegen sein verfassungsmäßiges Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum.

Maya Penn: eine Firma mit acht Jahren

Maya Penn ist 19 Jahre alt – und CEO der Modefirma Maya’s Ideas, die nachhaltige und umweltfreundliche Kleidung herstellt. Gegründet hat sie das Unternehmen bereits mit acht Jahren, denn schon damals hatte sie zwei große Leidenschaften: den Umweltschutz und die Mode. Wie gut sich die beiden verbinden lassen, zeigt Maya mit ihren selbstdesignten, umweltfreundlichen Outfits. Inzwischen hat die Jungunternehmerin viele Vorträge zum Klimawandel gehalten und ein Buch geschrieben, das junge Menschen ermutigen soll, ihre Ziele zu verwirklichen.

Clara Bütow: Fahrradtour für Nachhaltigkeit

38 Kilogramm Plastikmüll produziert jeder von uns pro Jahr. Diese Zahl muss niedriger werden, bevor unsere Ozeane vollends vermüllen. Nachhaltigkeit und Recycling ist gefragt. Auf dieses Problem möchte Clara Bütow aufmerksam machen. Mit dem Fahrrad fuhr sie zwei Monate lang durch Europa, begleitet von Trashmingo, einer Flamingo-Figur, die Clara komplett aus Müll gebastelt hat. Unterwegs organisierte die 24-Jährige viele Veranstaltungen, um über das Plastikproblem zu informieren: Plogging, Workshops und Konferenzen. Gleichzeitig vertritt die Aktivistin aber einen moderaten Ansatz. Sie verlange von niemandem, nach dem „Zero Waste“-Prinzip zu leben und gar keinen Müll mehr zu verursachen. Viel wichtiger sei es, dass jeder von uns seinen Plastikkonsum einschränkt – denn nur gemeinsam können wir die Welt verändern.

Autor

Anna Rüppel

Seit April 2019 macht Anna Rüppel den Auszubildenen das Leben ein bisschen einfacher – mit Tipps und Neuigkeiten zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.