Self-Nudging: Wie Sie sich selbst austricksen, um Ihre Ziele zu erreichen

0

Na, wie läuft’s mit Ihren guten Vorsätzen, Zielen und Plänen für ein besseres, gesünderes, gechillteres Leben? Bei mir wie bei James Bond, da versank auch stets jemand mit Betonschuhen am Meeresgrund. Ganz so dramatisch ist es natürlich nicht. Nur das Aufbringen von Disziplin für kleine und große Ziele fühlt sich oft so schwer an, wie mit einigen Kilo Gewicht an den Füßen. Das muss nicht sein! Mit unseren Self-Nudging-Tipps tricksen Sie sich einfach selbst aus. Weg mit den Betonschuhen, her mit den Flügeln!

Nach dem letzten Bulimielernen hatte Lena F. die Nase gestrichen voll von durchwachten Nächten und Fastfood bis der Arzt kommt. Deshalb fasste sie einen genialen Plan: Von jetzt an immer schön mitlernen. Doch schon nach zwei Wochen Unterricht in Lenas Ausbildung zur Erzieherin an der Euro Akademie waren die guten Vorsätze Geschichte. Kennen Sie dieses Szenario?

Endlich mal mehr Sporteln, weniger Süßkram, mehr an die frische Luft. Genau jetzt erfahren Sie, wie Sie es anstellen, dass Sie konsequenter, disziplinierter und zielsicherer durchs Leben gehen als je zuvor. Self-Nudging heißt übrigens übersetzt so was wie „sich selbst anstupsen“. Wie anstupsen? Ganz einfach: Sie gestalten Ihr Umfeld so, dass Sie immer wieder auf Ihre Ziele hingestupst werden. Funktioniert ähnlich wie beim Lernen: Die Wiederholung macht’s. Und, schwups, wird der gute Vorsatz zur Gewohnheit!

Stupser geschickt platzieren

Wie und wo Sie Hinweise platzieren hängt natürlich damit zusammen, was Sie so vorhaben. Wenn Sie Vokabeln einer Fremdsprache lernen möchten, kleben Sie sich überall Post-its hin – vom Schlafzimmer, über den Spiegel im Bad bis hin zum Kühlschrank in der Küche. Wenn’s gut klappt, tauschen Sie die Wörter aus. In ein paar Wochen haben Sie ohne großen Zeitaufwand eine Menge dazugelernt. Wetten?

Oder Sie möchten jeden Sonntag Laufen gehen. Dann stellen Sie sich die Sportschuhe doch vor Ihre Schlafzimmertür. Auf dem Weg zum Frühstück kommen Sie auf jeden Fall an denen vorbei. Vergessen gilt also nicht mehr.

Informieren Sie andere über Ihre Vorhaben

Erzählen Sie doch ruhig Ihren Freund*innen und Kolleg*innen von Ihren hehren Zielen. Je mehr Leute Sie auf Ihren neuen Lebensstil ansprechen, desto höher ist die Motivation, umzusetzen, was man sich vorgenommen hat. Wer mag schon gerne zugeben, dass er*sie zum dritten Mal an dem Sportvorhaben gescheitert ist.

Gutes in Sichthöhe stellen

Machen Sie sich die Verkaufspsychologie zunutze. Gesunde Speisen legen Sie immer in Augenhöhe – im Kühlschrank genauso wie im Vorratsschrank. Beim Einkaufen bleiben Sie am besten ganz lange in der Gemüse- und Obstabteilung und umschiffen die Süß- und Knabberwaren gekonnt mit einer großen Linkskurve.

Framing – Entscheidungen und ihre (positiven) Folgen

Treppe oder Aufzug? „Das ist ja wohl keine wichtige Entscheidung“, werden Sie jetzt vielleicht denken. Wenn Sie aber jeden Tag mehrmals die Treppe in den 4. Stock zu Ihrem Büro gehen, anstatt den Aufzug zu nehmen, steigert das Ihre Fitness garantiert. Das sollten Sie sich bewusst machen, dann speichern Sie die positiven Folgen Ihres Treppengangs im Gedächtnis ab – und fühlen sich einfach gut damit.

Banane oder Schokoriegel? Na? Klar, die Banane macht das Rennen. Überlegen Sie sich, welchen Lebensstil Sie pflegen möchten. Einen ungesunden mit viel Zucker, der weder Ihren Zähnen noch Ihrer Waage gut tut? Oder ein gesundheitsfreundliches Verhalten, das Ihnen ein gutes Gefühl vermittelt und ein längeres Leben verspricht?

Sich auch mal hängen lassen

Self-Nudging hin oder her. Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch unbedingt Nachsicht mit sich selbst. Mal Fünfe grade sein lassen, und den lieben Gott einen guten Mann – oder eine gute Frau. Dann nehmen Sie sich den Sonntag untern Arm, kuscheln sich mit einem dicken Schmöker aufs Sofa, holen sich ein leckeres Eis und löffeln es aus, bis Sie nicht mehr können. Am Montag gibt’s dann wieder leckeres, frisches Grünzeug mit allerlei Sprossen.

Self-Nudging ist eine Methode von Ralph Hertwig, Leiter des Forschungsbereichs “Adaptive Rationalität“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, und Samuli Reijula, Philosoph an der Universität Helsinki. Mehr zu ihren Erkenntnissen können Sie im wissenschaftlichen Magazin „Behavioural Public Policy“ der Cambridge University Press nachzulesen.

Ihr nächstes Ziel ist eine Ausbildung? An den zahlreichen Standorten der Euro Akademie finden Sie Ihren Wunschberuf bestimmt. Tipps, wie Sie in der Ausbildung am Ball bleiben haben Sie ja jetzt schon an der Hand.

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.