Die SMART-Methode: Ziele systematisch planen und erreichen

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„Ab morgen ernähre ich mich gesund!“, „Dieses Schuljahr lerne ich ganz viel!“, „Ich werde selbstbewusster!“. Sie kennen das sicher: Da hat man so ehrenwerte Ziele, nur an der Umsetzung hapert es noch. Liegt es daran, dass wir zu untätig, nachlässig oder faul sind? Tatsächlich nicht! Meistens ist das Problem nicht unsere Herangehensweise – das Ziel selbst ist einfach schlecht gesetzt. Hier kommt die SMART-Methode ins Spiel. Sie hilft, Ziele systematisch und konkret zu planen und sie damit viel leichter zu erreichen. 

Ziele SMART formulieren 

Die SMART-Methode können Sie fast überall anwenden: im Job, im Alltag oder bei Ihren Hobbies – eben an allen Stellen, an denen Sie sich selbst herausfordern. Um Ihre Ziele greifbar zu machen, müssen diese fünf Kriterien erfüllen:

SMARTe Ziele sind…
Spezifisch: Das Ziel ist klar und präzise formuliert.
Messbar: Die Umsetzung kann beurteilt und nachgeprüft werden.
Attraktiv: Das Vorhaben motiviert mich und die anderen Beteiligten.
Realistisch: Die Zielvorgaben sind im Zeitrahmen und mit den gegebenen Ressourcen umsetzbar.
Terminierbar: Es wird ein Zeitpunkt definiert, zu dem das Ziel erreicht sein soll.

Bleiben Sie konkret 

Ein vager Vorsatz gerät schnell in Vergessenheit oder wird zur Unkenntlichkeit verdreht. Ein gesünderes Leben etwa ist ein häufiges Ziel, das vom täglichen Apfel bis zum Marathon alles einschließt – je nachdem, wo Ihr Startpunkt ist und was Sie leisten wollen. Formulieren Sie Ihre Ziele also präzise und spezifisch. „Ich werde regelmäßig Sport treiben.“ statt „Ich will gesünder leben.“ zum Beispiel. Außerdem sollte das Vorhaben positiv formuliert sein. Das steigert die Motivation und gibt Zweifeln erst gar keine Chance. 

Zahlen, bitte!

Wenn ich mehr sparen möchte, habe ich es dann geschafft, wenn ich 100 Euro mehr auf dem Konto habe? Wenn ich öfter Sport machen will, bin ich dann zufrieden, wenn ich zweimal beim Zumba-Schnupperkurs geschwitzt habe? Kurz: Wann ist ein Ziel erreicht? Um den Erfolg messbar zu machen, brauchen wir Zahlen. Und die nehmen wir am besten gleich mit in die Planung auf. Das erleichtert auch die Umsetzung enorm, denn so kann ich gleich absehen, wie viel Zeit ich wöchentlich oder täglich für mein Ziel einsetzen muss. 

Everything I Do, I Do It For You 

Sicher kennen Sie auch das berüchtigte Problem bei Gruppenarbeiten: Oft gibt es eine Person, die sich kaum einbringt und wenig beiträgt. Genauso ist es auch bei Gruppenzielen. Wenn nicht alle dahinterstehen und sich mit dem Ziel identifizieren, wird die Umsetzung sehr mühsam und bleibt an einzelnen Personen hängen. Deshalb ist es wichtig, dass das Vorhaben für alle Beteiligten attraktiv ist. Dann zieht das ganze Team motiviert an einem Strang und selbst die größte Herausforderung kann gemeinsam überwunden werden. 

Auch persönliche Ziele sollten attraktiv sein. Natürlich nimmt man sich nichts vor, was man gar nicht erreichen möchte. Ist die Schwelle aber so niedrig gesetzt, dass die Herausforderung fehlt, geht die Motivation schnell verloren. Also lieber ein bisschen nach den Sternen greifen – aber nicht zu viel, wie wir im nächsten Absatz lernen werden! 

Think big, start small 

Sind Sie auch so leicht zu begeistern? Dann haben Sie vielleicht das gleiche Problem wie ich. Sobald ich 5 Kilometer am Stück jogge, plane ich schon den ersten Marathon; bevor ich die ersten Sätze in einer neuen Sprache sprechen kann, träume ich vom Auswandern und in Gedanken ist meine erste Million schon ausgegeben, wenn ich für zwei Monate brav Haushaltsbuch führe. Sobald die ersten Widerstände kommen, rücken diese Ziele natürlich in unerreichbare Ferne – und ich gebe auf. Ein Ziel muss also realistisch gesetzt sein, damit die Motivation nicht direkt flöten geht. Die Kunst der Zielsetzung besteht aber darin, das richtige Maß an Ambition und Realismus zu finden. Ein bisschen Herausforderung muss sein, um das Ziel attraktiv zu machen, genug Realismus, um Sie nicht gleich zu demotivieren.  

Wollen Sie nicht von Ihrem großen Traum ablassen? Dann teilen Sie ihn schrittweise in Etappenziele auf. So haben Sie viele kleine Erfolgserlebnisse und bleiben motiviert am Ball.  

Zeit ist Ziel 

Deadline ist kein schönes Wort und jede*r kennt das unangenehme Gefühl, wenn ein wichtiger Termin im Nacken sitzt. Gleichzeitig können wir aus genau solchen zeitlichen Vorgaben oft ungeahnte Kräfte ziehen. Deshalb ist der letzte Punkt der SMART-Methode auch einer der wichtigsten: Setzen Sie sich ein zeitliches Limit. So haben Sie die Ziellinie immer vor Augen und verhindern Prokrastination und Aufschieberitis.

Ziele mit der SMART-Methode planen: ein Beispiel 

In der Theorie klingt die SMART-Methode ganz leicht, aber wie sieht die konkrete Umsetzung aus? Notieren Sie sich ein Ziel, das sie gerne erreichen möchten – einfach ins Blaue, ohne nachzudenken. Dann formulieren Sie dieses Ziel nach den SMART-Kriterien um. Das könnte zum Beispiel so aussehen: 

Mein Ziel: sportlicher werden
Spezifisch: Ich werde regelmäßig joggen gehen.

Messbar: Ich werde zweimal pro Woche joggen gehen.

Attraktiv: Ich werde zweimal pro Woche joggen gehen und werde damit meine Fitness verbessern.

Realistisch: Ich werde zweimal pro Woche joggen gehen und werde damit meine Fitness verbessern und werde 30 Minuten am Stück laufen.

Terminierbar: Ich werde ab dem 10. Oktober jeden Montag und Mittwoch für eine halbe Stunde joggen gehen und werde damit meine Fitness verbessern und werde 30 Minuten am Stück laufen.

Bildquelle: eamesBot / shutterstock.de

Autor

Anna Rüppel

Anna Rüppel ist mit 1,78 m die Größte, wenn es um Ausbildung und Beruf geht. Als Kind war sie kleiner.