Frühspätnachtdienst: Praxisanleiterin Alice berichtet von ihrem Arbeitsalltag

0

„Ich bin damals Praxisanleiterin geworden, weil ich selbst eine tolle Praxisanleitung hatte, die mich eigentlich durch alle Lebenslagen geführt hat.“ Die 28-jährige Alice unterstützt als Praxisanleiterin Schülerinnen und Schüler dabei, Karriere als Mensch zu machen. Als examinierte Altenpflegerin arbeitet sie seit zehn Jahren in einer stationären Pflegeeinrichtung in Nordrhein-Westfalen – vier davon auch als Praxisanleitung. Im neuen Video der Frühspätnachtdienst -Serie berichtet sie über ihren Arbeitsalltag. Was macht ein*e Praxisanleiter*in überhaupt und wie kann man diesen Beruf lernen? Wir verraten es Ihnen. 

Wer sich für eine Ausbildung in der Pflege entscheidet, lernt das theoretische Knowhow, um Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen zu pflegen. Dazu gehören natürlich medizinische und psychologische Erkenntnisse, Kommunikation und Beratung, aber auch rechtliche und ethische Grundlagen. All das ist wichtiges Handwerkszeug  für die Karriere – aber gerade in einem Job, der so viel Verantwortung für andere Menschen mit sich bringt, ist das praktische Lernen unentbehrlich. Hier kommen die Praxisanleiter*innen ins Spiel. Kurz gesagt sind sie Bindeglieder zwischen Theorie und Praxis und vermitteln den Auszubildenden durch Anleiten und Üben die beruflichen Handlungskompetenzen. 

Theorie trifft Praxis 

Seit 2020 gibt es nur noch eine Pflegeausbildung: Pflegefachfrauen oder Pflegefachmännern stehen damit alle Möglichkeiten offen. Ob Pflegeheim, Kinderstation oder ambulanter Pflegedienst – die Einsatzfelder sind vielfältig. Das erfordert natürlich ein breites Basiswissen. Die generalistische Ausbildung ist deshalb von Anfang an darauf ausgelegt, die Theorie im Unterricht und die Praxis im Ausbildungsbetrieb eng zu verzahnen und gegenseitig zu ergänzen. Deshalb erhalten die Schüler*innen im Ausbildungsbetrieb Unterstützung durch eine erfahrene Ansprechpartnerin, einen zuverlässigen Betreuer, eine bestärkende Mentorin, einen kompetenten Lehrer – der Praxisanleitung. Das ist sogar im Pflegeberufegesetz festgehalten: „Wesentlicher Bestandteil der praktischen Ausbildung ist die von den Einrichtungen zu gewährleistende Praxisanleitung im Umfang von mindestens 10 Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden praktischen Ausbildungszeit.“ 

Die Aufgaben der Praxisanleitung

Diese wichtige Rolle wird von einer berufspädagogisch qualifizierten Person übernommen. Hauptaufgabe der Praxisanleitung ist natürlich, die Pflegeschüler*innen anzuleiten und die praktische Durchführung der Tätigkeiten mit ihnen zu üben. Dabei ist immer das Ziel, den Auszubildenden die eigenständige Lösung von beruflichen Aufgaben zu vermitteln. Es geht also nicht bloß darum, bestimmte Situationen einzuüben – die angehenden Pflegekräfte sollen nach der Ausbildung auch selbstständig und flexibel auf neue Situationen und Probleme reagieren können. Die Praxisanleiterin oder der Praxisanleiter vermittelt also auch Problemlösungs- und Kommunikationsstrategien.

Wie wird man Praxisanleiterin oder Praxisanleiter? 

Als Pflegefachkraft mit mindestens einjähriger Berufserfahrung können Sie sich zum*r Praxisanleiter*in weiterbilden lassen. An der Euro Akademie können Sie die Weiterbildung in Präsenz absolvieren oder mit einem Blended-Learning-Kurs die Lerninhalte flexibel in ihrem eigenen Lerntempo bearbeiten. Die Fortbildung umfasst 300 Lehrgangsstunden und wird durch ein Praktikum ergänzt. Danach können Sie als Praxisanleiterin oder Praxisanleiter in Ihrer Karriere als Mensch durchstarten. 

So auch Alice. Als Praxisanleiterin nimmt sie sich viel Zeit für ihre Schüler*innen und bereitet sie bestmöglich auf den Beruf vor. Das erfüllt sie dann auch mit Stolz: „Persönlich ziehe ich aus meinem Alltag als Praxisanleitung, wenn die Schülerinnen und Schüler irgendwann komplett selbstständig sind, mit Erfolg ihr Examen in der Hand halten und dann ganz selbstständig ihren Beruf ausüben können.“ 

Mehr über Alice Geschichte erfahren Sie in der neuen Folge „Frühspätnachtdienst“.

Video-Quelle: „Mach Karriere als Mensch!“, BMFSFJ

Autor

Anna Rüppel

Anna Rüppel ist mit 1,78 m die Größte, wenn es um Ausbildung und Beruf geht. Als Kind war sie kleiner.