Arbeitssuche: Wie halte ich durch und bleibe motiviert?

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Die Arbeitssuche kann sich anfühlen wie ein mentaler Marathon. Denn nicht immer findet man die richtige Stelle oder den passenden Arbeitgeber auf Anhieb. Auch Absagen auf eine Bewerbung oder nach einem Vorstellungsgespräch gehören zum Alltag von Bewerbern. Da fühlt man sich manchmal wie bei Kilometer 35 in der prallen Sonne. Wir sagen Ihnen, wie Sie bei Atem und Laune bleiben.

Klick und weg – gerade fliegt Bewerbung Nummer 25 zum Postfach des Personalentscheiders eines mittelständischen internationalen Unternehmens, bei dem Mia K. sich beworben hat. Seit vier Monaten ist sie nun schon auf der Suche nach einer passenden Arbeitsstelle. Das ernüchternde Ergebnis: Absagen oder Ghosting seitens der Unternehmen. Allmählich nagt das ganz schön am Selbstbewusstsein der gut ausgebildeten jungen Frau. Außerdem ist sie nicht mehr gerade motiviert bei der Sache, wenn es mal wieder darum geht, ein individuelles und am besten auch originelles Anschreiben zu erstellen.

Mit Absagen umgehen: Sie sind weder Verlierer*in, noch Bittsteller*in

Sind Sie in einer ähnlichen Situation oder ist Ihnen das auch schon mal so ergangen? Dann wissen Sie, wie unangenehm und verunsichernd sich das anfühlt. Schlaflose Nächte und Existenzängste sind da vorprogrammiert. Jetzt ist eines ganz wichtig: Sehen Sie sich nicht als Verliererin oder Bittstellerin bei der Arbeitssuche! Glauben Sie an sich, sie haben schließlich etwas zu bieten. Sie werden eine Stelle finden, es ist nur eine Frage der Zeit. In vielen Fällen sind starke Mitbewerber*innen, die einfach besser auf das Stellenprofil passen, der Grund. Oder Sie können nicht schnell genug starten, haben eine andere Vorstellung von Ihrem Gehalt – Gründe für eine Absage gibt es viele. Leider erfährt man diese in der Regel nicht. Und tappt im Dunkeln auf dem Bewerbungsweg herum.

Bewerbungsunterlagen überarbeiten, Vorstellungsgespräche vorbereiten

Natürlich sollten Sie sich auch immer mal kritisch hinterfragen, ob Sie an Ihren Unterlagen oder Ihrem Auftritt etwas verbessern können. An vielen Standorten der Euro-Schulen beispielsweise gibt es individuelle Bewerbungstrainings. Fragen Sie bei der Agentur für Arbeit einmal nach, oft werden diese Maßnahmen finanziell unterstützt.

Standardbewerbungen, die nicht auf die Stelle und das Unternehmen zugeschnitten sind, sollten Sie niemals verschicken. Lieber eine Bewerbung mit großem Zeitaufwand gestaltet und formuliert als zehn austauschbare Anschreiben. Damit scheiden Sie bei den meisten Unternehmen sowieso sofort aus. Und falls Sie erst nach dem Bewerbungsgespräch ausgeschieden sind: Sehen Sie jedes Gespräch als Lernfeld und bereiten Sie sich intensiv auf das nächste vor.

Aber nun zu unseren Tricks, wie Sie durchhalten und Ihnen nicht auf halber Strecke die Puste ausgeht.

8 Tipps für Ihre Arbeitssuche

  1. Versuchen Sie nicht, sich pausenlos nur mit der Jobsuche zu beschäftigen. Gehen Sie an die frische Luft, treffen Sie sich mit Freund*innen! Kurz gesagt: Genießen Sie das Leben! Dadurch kommen Sie auf andere Gedanken, sehen klarer und können sich leichter für die nächste Bewerbung motivieren.
  2. Um einen langen Atem zu haben, müssen Sie sich Ihre Kräfte einteilen. Besser Sie kümmern sich mehrmals in der Woche um Ihre Bewerbungen als an einem Tag von morgens bis nachts.
  3. Sehen Sie es auch mal positiv: Sie haben jetzt Zeit, sich ganz neu zu orientieren und einmal darüber nachzudenken, wohin Sie wirklich wollen in Leben und Beruf. Also packen Sie die Gelegenheit am Schopf!
  4. Überdenken Sie Ihre Bewerbungsstrategie. Wenn Sie sich bisher immer auf Jobportalen umgesehen haben, gehen Sie auch zusätzlich doch auch mal auf Messen oder rufen Sie bei einem Unternehmen, das Ihnen gefällt, an – oft haben Initiativbewerbungen gute Chancen.
  5. Suchen Sie sich Bereiche, in denen Sie immer wieder Erfolgserlebnisse haben. Egal ob beim Sport, beim Musizieren oder einem anderen Hobby.
  6. Geben Sie Ihren Tagen eine Struktur. Feste Termine halten Sie bei Laune und verhindern, dass der Schlendrian bei Ihnen einzieht.
  7. Wenn Sie das Gefühl haben, sich sozial zu isolieren, suchen Sie sich Hilfe bei Freundinnen, in der Familie oder bei Ärztinnen. Depressive Verstimmungen kommen bei einer langen Jobsuche leider immer mal wieder vor.
  8. Es gibt richtig gute Weiterbildungsangebote, die Sie beruflich weiter bringen. Dann haben Sie nicht das Gefühl, Sie sitzen in Warteposition, sondern nehmen aktiv am Berufsleben teil.

In diesem Sinne: Halten Sie durch bei der Arbeitssuche, der nächste Job kommt ganz sicher!

Autor

Tanja Höfling

Seit Juli 2017 informiert die Online-Redakteurin des Euro Akademie Magazins regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf.