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03.08.2020

Vom Fremdsprachenkorrespondenten zum Englischlehrer – Interview mit Yasin Krebs

Yasin Krebs hat im Juli 2019 seine Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten mit großem Erfolg abgeschlossen. Jetzt wird er Lehrer an einer Mittelschule – und das direkt und ohne Umwege. Wie es dazu kam, warum sich Yasin gegen seine Fachlehrerausbildung am Staatsinstitut Ansbach entschieden hat und was ihn jetzt alles erwarten wird, habe ich bei einer Tasse Kaffee unter wolkenlosem Himmel von ihm erfahren.

Herr Krebs, noch vor einem Jahr haben Sie Ihre ehemalige Lehrerin über ihren Werdegang zur Fachlehrerin an der Euro Akademie interviewt. Heute drehen wir den Spieß einmal um, denn mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie ab September Englisch als Ein-Fach-Fachlehrer an einer Mittelschule unterrichten werden. Herzlich willkommen im Club der Lehrer! Wie kam es denn dazu?

Dankeschön, dass ich heute hier sein darf. Es freut mich wirklich sehr! Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass wir uns gerne duzen können, da wir ja sozusagen Kollegen sind, Vanessa. Übrigens finde ich die Ironie sehr witzig, dass ich dieses Mal derjenige bin, der zu diesem Thema interviewt wird. Wie ich dazu kam? Nun ja, das habe ich der Homepage der Euro Akademie zu verdanken. Dort bin zufällig darauf gestoßen, dass man nun auch als Fremdsprachenkorrespondent Englischlehrer werden kann und dies ohne weitere Ausbildung oder Umwege. Da es sowieso von Anfang an mein Traum war, irgendwann einmal als Englischlehrer zu arbeiten, dachte ich mir, ich werde einfach direkt Lehrer.

Du hattest doch aber schon eine Zusage für die Ausbildung zum Fachlehrer am Staatsinstitut Ansbach. Wieso hast du dich jetzt für den Seiteneinstieg entschieden und hast deine Ausbildung abgesagt?

Ich kann zwar über den Seiteneinstieg nicht verbeamtet werden, aber ich dachte mir, so kann ich das machen, was ich schon immer wollte und zwar direkt. Das heißt auch, dass ich jetzt Geld verdienen werde, anstatt zwei weitere Jahre während der Ausbildung nichts zu verdienen. Ich spare somit also Zeit und Geld.

Wie lief der Bewerbungsprozess ab?

Ich denke mal ziemlich standardgemäß. Es war aufgrund von Corona mit viel Warterei und Unsicherheit verbunden, weil man nicht wusste, ob das jetzt was wird oder nicht. Denn, so wie ich das mitbekommen habe, war das Schuljahr 2019/2020 das erste Jahr, in dem Fremdsprachenkorrespondenten als Englischlehrer eingesetzt werden. Deswegen war ich mir anfangs nicht sicher, ob das klappen wird, wann ich Bescheid bekomme und wie und wo ich eingesetzt werde. Das war totales Neuland für mich! Aber Geduld und der Glaube an sich selbst können einen fast überall hinbringen.

Und wo hast du dich beworben?

Zuerst habe ich beim Schulamt angerufen und kam dort auch direkt zum Schulamtsdirektor, der im Laufe des Gesprächs gesagt hat, dass er meine Bewerbung entgegennehmen und durchlesen wird. Weil das Telefonat mit ihm sehr nett war, habe ich ihm noch am selben Abend meine Bewerbung zukommen lassen. Sie wurde von ihm akzeptiert und an die Regierung Unterfranken geschickt. Dort hat man meine Bewerbung auch eingesehen; kurz darauf bekam ich einen Anruf, bei dem ich gebeten wurde, ein Bewerbungsformular auszufüllen. Das habe ich sofort gemacht und auf erneute Rückmeldung gewartet. Als diese kam, wurde mir gesagt, dass vonseiten der Regierung alles passe und ich den Schulamtsdirektor noch einmal anrufen und mit ihm „den Rest“ klären solle.

Weißt du denn schon grob, was ab September auf dich zukommen wird? Wie kann man sich den Seiteneinstieg genau vorstellen?

Ganz ehrlich, ich habe es noch gar nicht richtig realisiert, dass ich ab September Kinder und Jugendliche unterrichten werden, da jetzt doch alles recht schnell gegangen ist. Ich habe vor Kurzem an nur einem Tag den Schulamtsdirektor und den Direktor meiner Schule kennenlernen dürfen. Für diese Gelegenheit bin ich sehr dankbar. Mein Traum geht jetzt in Erfüllung.

Ich denke mal, dass jede Menge Stress und Kinder auf mich zukommen werden. (Frau Abele lacht) Ich werde dort jede Menge Englischstunden übernehmen – von der 6. bis zur 9. Klasse. Das bedeutet aber wiederum auch, dass ich nicht „nur“ vier Klassen unterrichten werde, sondern viel mehr, weil die Klassenstufen ja mehrzügig in z. B. 6a, 6b, 7a, 7b, ... aufgeteilt sind. Außerdem erwarte ich kaltes Wasser. Zwar leider nicht zum Trinken, was bei diesem Wetter echt gut wäre, sondern, um darin schwimmen zu lernen.

Ich werde ab September mit 29 Stunden in Vollzeit arbeiten. 23 Stunden in der Woche werde ich selbst unterrichten. Die übrigen sechs Stunden werde ich bei einem Betreuungslehrer hospitieren, d.h., ich setze mich in seinen Unterricht und lerne dadurch, wie ich am besten unterrichte. Außerdem werden natürlich auch noch Prüfungen stattfinden.

Du hast deine neue Arbeitsstelle also schon besuchen dürfen? Wie ist es dort so? Wurdest du freundlich willkommen geheißen?

Ich gehe stark davon aus, dass nur – wenn überhaupt – die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer anwesend war, als ich in das Lehrerzimmer geführt wurde, aber die Gesichter, die ich sehen durfte, waren alle sehr nett und ich wurde höflich begrüßt. Es regnete überall „Hallo!“ und „Herzlich willkommen, Herr Krebs!“. Ich freue mich schon sehr darauf, mit den Kollegen zusammenzuarbeiten.

Wie stellst du dir den beruflichen Alltag als Lehrer vor?

Meine Philosophie ist eigentlich, niemals Routine zu suchen und zuzulassen, denn Routine bedeutet, dass du keine Fortschritte mehr machst und dort bleibst, wo du dich am wohlsten fühlst. Und so kommt man im Leben nicht weiter. Aber in diesem Fall freue ich mich sogar vorerst - und auf „vorerst“ liegt die Betonung - auf die Routine, um innere Sicherheit zu bekommen, was das Unterrichten angeht. Aufstehen, Kaffee trinken, Kinder und Jugendliche unterrichten. Nein, Spaß beiseite. Neben dem Unterrichten selbst wird das Vor- und Nachbereiten des Unterrichts mit Sicherheit sehr zeitintensiv sein und mit zur täglichen Routine werden. Trotzdem möchte ich immer frischen Wind in meinen Unterricht bringen und neue Dinge ausprobieren, um der definitiven Routine vorzubeugen.

Freust du dich auch schon auf das Korrigieren?

...wenn ich mal herausgefunden habe, wie das mit den Strichen und Zeichen funktioniert. (Frau Abele lacht) Das hat mir bisher noch keiner beigebracht, aber wenn ich das kann, freue ich mich darauf, ja.

Yasin, ich danke dir, dass du dir die Zeit für unser heutiges Interview genommen hast!

Gerne! Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich auch bei dir für das Interview zu bedanken. Außerdem möchte ich mich bei Frau Skowronek für die Plattform bedanken, die sie mir bietet, um meine Geschichte zu erzählen. Natürlich grüße ich all meine neuen Kollegen, meinen Chef und den Schulamtsdirektor. Nicht zu vergessen sind herzliche Grüße an die ganze Euro Akademie Aschaffenburg.

Ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute!

Danke schön, das wünsche ich dir auch!

Das Interview mit unserem Absolventen Yasin Krebs führte Englischlehrerin Vanessa Abele.

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